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23 | 11 | 2017
50 Jahre RCR am Goldkanal: Mit einer Faltboothütte fing es an

50 Jahre Ruder-Club-Rastatt am Goldkanal

Mit einer Faltboothütte fing es an

Buntes Festprogramm am 11. und 12. Juli

Rastatt/Elchesheim-Illingen(wo). Es ist eine Erfolgsgeschichte, die seit Jahrzehnten anhält, die des Ruder-Clubs-Rastatt(RCR) von 1898. Seit Jahren mit konstant über 500 Mitgliedern hat er mit seiner Segel-, Ruder- und Motorbootabteilung nun am 11. und 12. Juli etwas zu feiern: Vor 50 Jahren wurde das Bootshaus am Goldkanal zwischen Elchesheim-Illingen und Steinmauern eingeweiht.

Ursprünglich waren es die Ruderer, die im alten Festungsschlachthaus an der Augustastraße ihr Bootshaus hatten. Doch niedere Wasserstände der Murg führten in den sechziger Jahren immer mehr zu Schäden an den Holzbooten. Da kam es zum  Glücksfall, dass der Textilkaufmann Philipp Lawo (Mode Heudorf)zwar im Ruder-Club war, aber zusammen mit anderen Kameraden auch Paddelboote besaß, für die sie ein Domizil suchten.

Philipp Lawo nahm Kontakt mit dem Elchesheimer Bürgermeister Bitterwolf auf, mit der Bitte, nach einem Platz oder einer Hütte zur Bootslagerung am Goldkanal. Dazu reifte plötzlich der Gedanke, wenn es schon ein Angebot von und Illingen gäbe, auch den Ruder-Club zu verlegen. Der schlechte bauliche Zustand des Festungsbootshauses und die eingeschränkten sportlichen Möglichkeiten auf der Murg erforderten eine zukunftsorientierte Lösung.

Es kam zu einer Erbpachtlösung für ein Gelände von Elchesheim-Illingen, ein Steinmauerner Gelände tangierend. Zu lösen war auch die Finanzierung des Projekts bei gerade drei D-Mark Mitgliedsbeitrag. Da kam die Idee, auch Segler aufzunehmen und für 50 000 DM übernahm die Stadt Rastatt das alte Bootshaus. Zwischendurch verpfändete dann bei den Bauarbeiten Lawo auch einen Teil seines Privatvermögens.

Einer Hallig gleich wurde, um Hochwässern zu trotzen, das Gelände am Goldkanal aufgeschüttet. Die Mitglieder leisteten sehr viel Eigenarbeit zu den kostenlos von Architekt Gustav Hornung erstellten Bauplänen. Auch Motorbootfahrer, gesellten sich zu den Seglern und Ruderern hinzu. Erfreulich war der Zufluss von Geldern der Verbände, wodurch die finanzielle Belastung Lawo, der 1961 bis 1969, Vorsitzender war, entspannt wurde.

Das Bootshaus des RCR wurde in den vergangenen fünf Jahrzehnten zu einem sportlichen Zentrum, wobei die Situation der Motorbootabteilung zu klären war. Mit strengen Auflagen versehen, wurden 1974 nach schwierigen Verhandlungen 15 Motorboot-Ausnahmegenehmigungen erteilt. Steganlagen wurden errichtet und Segelwettfahrten, vom der „Schneeglöckchen-“ bis zur der „Herbstwind-Regatta“, mit internationaler Beteiligung ausgerichtet. Inzwischen ist der RCR auch ausgewiesener Förderstützpunkt für Segeltalente an der Rheinschiene. Segler und Ruderer des Vereins sorgten immer wieder für hervorragende Platzierungen bis hin zu Weltmeisterschaften.

Erfreulich zudem, dass zahlreiche Sportler der Segel- und Ruderabteilung in den letzten Jahren zum Rastatter Jugend- bzw. Erwachsenensportler des Jahres, wegen ihrer nationalen und internationalen Erfolge gekürt wurden. Außerdem hat sich als wichtiger Austausch der Goldkanalanlieger, einmal im Jahr der „Stammtisch“ im Clubhaus etabliert.

Weitere Informationen zum Ruder-Club Rastatt und die Feierlichkeiten am 11. Und 12. Juli unter www.ruder-club-rastatt.de

Text: Rainer Wollenschneider

Bild 1: Seit 50 Jahren hat der Ruder-Club Rastatt sein Domizil am Goldkanal aufgeschlagen. (Luftaufnahme ca. 1970)

Bild 2: Gerade für den Seglernachwuchs wurde der RCR zur Talentschmiede.

Bild 3: Für Segelregatten auf dem Goldkanal wurde das Bootshaus des RCR zum Mittelpunkt.

Archiv/Foto: Wollenschneider