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21 | 10 | 2018
Logbuch 29er-EM Helsinki

Riko Rockenbauchs Logbuch – 29er-EM Helsinki 04.-12.8.2018

Riko Rockenbauch kommt aus Mainz und segelt seit 2017 zusammen mit Moritz Dorau aus Freiburg im 29er. Im August 2018 waren beide als Teilnehmer bei der 29er-EM in Helsinki (GER 965). Riko schildert in seinem Logbuch die Erlebnisse und Erfolge dieses Events.

Mit professioneller Einstellung angemessene Erfolge erzielt

Nachdem wir seit einem Jahr gemeinsam 29er segeln und im Landeskader bei Marc Schulz trainiert sowie an mehreren Regatten teilgenommen haben, konnten wir gut vorbereitet zur EM nach Helsinki fahren.
Die Anreise war mit mehreren großen Trailern sehr beeindruckend (bis zu 4 Boote auf einem Trailer). Die gesamte Fahrtstrecke war 1.800 km, wobei wir den größten Teil zum Glück mit der Fähre Travemünde – Helsinki gefahren sind. Die Überfahrt hat 30 Stunden gedauert und ist gut verlaufen. Unsere Unterkunft war in einem Vorort von Helsinki auf der Halbinsel Lauttasaari in unmittelbarer Nähe des Segelclubs. Jedes Team war in einem eigenen Appartement untergebracht und hat sich entsprechend selbst versorgt. Dieses Jahr war in Helsinki ein Jahrhundertsommer, mit sehr viel Sonne sowie hohen Luft- und Wassertemperaturen.


Die erste Woche hatten wir intensives Training im Regattagebiet um uns auf die Revierbesonderheiten einstellen zu können. Insgesamt ein sehr schönes und anspruchsvolles Revier auf Grund von Strömung, Abdeckungen durch Inseln, variierenden Wellenmustern, unterschiedlichen Windrichtungen und wechselnden Windstärken. Wir hatten 3 Tage Starkwind, 2 Tage Schwachwind und 1 freien Tag, an dem wir uns Helsinki angeschaut haben. Jeden Tag stand zusätzlich eine Laufeinheit auf dem Programm, bei der wir die schöne Natur und nähere Gegend gesehen haben. Vor jeder Wassereinheit haben wir selbstverständlich ein intensives Wetterbriefing gemacht um uns auf die variablen Bedingungen einstellen zu können. Insgesamt war es also eine sehr professionelle Vorbereitung.


Die 29er-EM hat am 4.+5.8. mit der Vermessung der Boote begonnen wobei wir die Tage auch noch für Trainingswettfahrten genutzt haben. Am 6.8. war dann ein „practice race“ und bei der Eröffnungsfeier am Abend sind die 137 Teams mit Nationalflaggen einmarschiert. An jedem Wettfahrttag wurden wir von Sicherungsbooten durch die Fahrrinne der großen Kreuzfahrtschiffe ins Regattagebiet begleitet. An den ersten 3 Wettfahrttage wurden die Qualifikationsläufe in 3 Startgruppen mit je 45 Teams durchgeführt. Bei uns lief es sehr gut mit den Platzierungen: 16., 17., (33.), 5., 21., 5., 24. Somit lagen wir nach den Qualifikationsläufen auf dem 42. Platz und hatten uns für die Goldflotte qualifiziert. Diese Wertung wurde als erste Wertung in die Finalläufe mit aufgenommen und konnte auch nicht gestrichen werden. Die letzten 3 Tage waren dann die Finalläufe. Wir konnten uns trotz der starken Konkurrenz sogar noch um einen Platz auf den 41. Platz in der Goldflotte verbessern, weil wir folgende Platzierungen ersegelt haben: 42.0 (Wertung aus der Quali), 38., (41.), 30., 36., 33., 38., 28. Mit den Ergebnissen konnten wir sehr zufrieden sein, da wir 8. in der Junioren-Wertung (U-17) und 2. in der U-16-Wertung wurden.

https://www.29ereuropeans.org/event/results/

Die Organisation der Regatta war sehr professionell und hat das Maximum an Wettfahrten herausgeholt (14). In der Regel sind immer 2 Gruppen vormittags Wettfahrten gefahren und die 3. Gruppe kam dann nachmittags auf das Wasser (ca. ab 14 Uhr). Wie bereits beim Training hatten wir auch bei der Regatta mehrere Starkwind- aber auch Leichtwind-Tage, so dass alle Fähigkeiten und ständige hohe Konzentration geforderten wurden. Am Ende jedes Segeltages gab es für die Segler noch eine gute Verpflegung, so dass wir gut gestärkt aber erschöpft waren. Am letzten Tag bei der Siegerehrung wurden dann sehr tolle Preise an die Gewinner-Teams übergeben, die danach natürlich im Wasser gelandet sind. Nachdem die Boote dann alle wieder auf ihren Hängern verstaut waren konnten wir den Abend entspannt ausklingen lassen. Am nächsten Morgen haben wir dann die Heimreise angetreten die ebenso glatt verlaufen ist wie die Anreise.
Abschließend möchte ich mich noch bei allen bedanken, die uns beim Segeln mit dem 29er unterstützen – insbesondere Trainer, Eltern, Vereine, Verbände etc. Für den Herbst stehen noch 2 weitere Saisonhöhepunkte sowie einige Trainings und Regatten auf dem Programm.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit allen meinen Freunden und wünsche allen noch viele schöne Erlebnisse – auf dem Wasser und an Land.

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Bild: Riko Rockenbauch (Vorschoter) / Moritz Dorau (Steuermann) (GER 965)


Viele Grüße und immer eine Hand breit Wasser unter dem Schwert

Riko Rockenbauch (29er: GER 965)


Bild und Text: © Rockenbauch