Vogalonga im Mai 2026

Nach einer zweijährigen Planungsphase durch unsere Fahrtenleiterin Corina Klug-Kastner begann die Reise am 20. Mai in den frühen Morgenstunden in Richtung Venedig. Unser Ziel war die Teilnahme an der Vogalonga, einer alljährlich stattfindenden Ruderregatta in der Lagune von Venedig. Ursprünglich wurde die Veranstaltung 1974 als friedlicher Protest gegen den zunehmenden Motorbootverkehr und die damit einhergehende Wasserverschmutzung und Wellenbildung ins Leben gerufen. Die Teilnahme ist ausschließlich Booten vorbehalten, die mit Muskelkraft betrieben werden. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt 30 Kilometer. Sie startet und endet am Markusplatz. Die Route führt vorbei an den Inseln Vignole und San Erasmo bis nach Burano und zurück über Murano und durch den Canal Grande. Nach einer reibungslosen Fahrt konnten wir am frühen Abend unsere Quartiere auf einem Campingplatz in Punta Sabbioni beziehen. Schon der Zwischenstopp an einer vorgelagerten Bucht, in der die Boote abgeladen wurden, gab uns einen Vorgeschmack auf die kommenden Tage. Sonniges Wetter, der Geruch von Meerwasser und geschäftiges Treiben einiger Teilnehmer, die Boote aller Gattungen in der Bucht „parkten“. Nach einem gemeinsamen Abendessen starteten am folgenden Tag die Erkundungstouren mittels Ruderboot aber auch zu Fuß bzw. mit den regelmäßig verkehrenden Fähren. Auf dem Programm standen eine Tour nach Burano sowie nach San Erasmo - das bedeutete rudern bei optimalen Bedingungen und bereits erste Eindrücke aus der Ferne von Venedig und der Ruderstrecke für die Vogalonga sammeln - auch für das leibliche Wohl war gesorgt, dank Gastronomie mit optimalen Anlandungsbedingungen.

Am 24. Mai war es dann soweit. In aller Frühe klingelten die Wecker und auf dem, überwiegend mit Teilnehmern besetzten, Campingplatz herrschte reges Treiben - Frühstück, Ruderutensilien zusammenpacken und bloß nicht genug Wasser und Sonnenschutz vergessen, So konnten wir frühzeitig ablegen und näherten uns gemütlich dem Startpunkt in Venedig, schon die Anfahrt war ein Erlebnis. Sommerliche Morgenstimmung in der Lagune und aus allen Richtungen strömten Boote und bildeten eine Kolonne Richtung Startplatz vor dem Markusplatz. Zusehens füllte sich das Wasser mit Booten aller Art und es herrschte eine freudige und erwartungsvolle Stimmung.

9:00 Startschuss. Es geht endlich los! Unbeschreiblich wie sich über 2000 Boote vor der Kulisse Venedigs unter dem Jubel der zahlreich am Ufer stehenden Zuschauer in Bewegung setzen - ein Gänsehautmoment auch für die alten Ruderhasen unserer Gruppe. Das Feld bewegt sich langsam voran und nimmt allmählich Fahrt auf, wobei „Fahrt“ ein relativer Begriff ist, immer wieder Stop-and-Go und je enger es wird, desto lauter werden die Rufe der Mannschaften in den benachbarten Booten- wir sind unverkennbar in Italien. Auf der Strecke gibt es viel zu sehen und neben der Ruderei lebt diese Veranstaltung vom enormen Zuspruch der Bewohner an der Strecke sowie der Touristen. Fast ununterbrochen kommen freundliche Zurufe oder Musik vom Ufer und wenn man mal wieder an einem Nadelöhr auf der Strecke festhängt und versucht seine Skulls zu entwirren, erinnert einen das daran, dass es nicht um die schnellste Zeit, sondern schlichtweg um dieses einmalige Erlebnis geht. Auf der Strecke beeindruckt ein weiteres Mal der Blick auf die bunten Häuschen von Burano und die Masse der anderen Boote, die zum Teil kunstvoll dekoriert sind. Vorbei an Burano ging es zurück Richtung Venedigund dem Highlight, dem Canal Grande. Die Einfahrt in den Canale di Cannaregio wird von einem Motorboot geregelt, um zumindest das größte Chaos zu vermeiden - dann endlich geht es auf den letzten und spektakulärsten Teil der Strecke. Zunächst bildet sich ein Stau, der von couragierten Tauchern geregelt wird, die nach und nach Boote passieren lassen. Unter dem Applaus der Zuschauer und Jubelrufen der mitgereisten RCR-Fans geht es unter zahlreichen Brücken hindurch durch das unglaubliche Ambiente der Serenissima. Dann biegt man um eine Ecke und es ist plötzlich sehr ruhig - in diesem Bereich sind keine Zuschauer und die übliche Betriebsamkeit ist für ein paar Stunden durch die Sperrung für Motorboote unterbrochen. In diesem Moment wird einem der ursprüngliche Zweck dieser Veranstaltung nachvollziehbar. Der Zieleinlauf wird durch die Durchsage der Namen und die Medaillenübergabe direkt ins Boot zelebriert. Was für ein Tag voller unvergesslicher Eindrücke! Der Heimweg zu „unserer“ Bucht zieht sich gefühlt noch in die Länge, aber am Ende des Tages sind alle Teilnehmer wieder gesund am Ziel und alle Boote unbeschadet auf dem Anhänger. Eine rundum tolle und eindrucksvolle Wanderfahrt geht zu Ende! Diese war so nur Dank unserer Fahrtenleiterin, den Obleuten, den Fahrerinnen und Fahrern der Fahrzeuge und nicht zuletzt dem „alles was noch zu organisieren ist“ Team möglich.

DANKE

Text: Elke  & Fotos: Corina, Isolde