Kategorie: Jugend

Internationale Osterregatta auf dem Goldkanal

Internationale Osterregatta auf dem Goldkanal

Elisa Kebschull und Jürgen Eiermann hatten die Bugspitze vorn

Segler des Ruder-Club Rastatt dominierten

Rastatt/Elchesheim-Illingen(rw).

Das Wassersportrevier Goldkanal zeigte sich bei fast 60 Startern in den Einhandbootsklassen der „Finn Dinghy“ und „Europe“ in fünf Läufen und dem Kampf um Ranglistenpunkte von seiner besten Seite. Dabei waren bei teilweise von weither angereister Konkurrenz Jürgen Eiermann von der Segelabteilung des Ruder-Club Rastatt (RCR) bei den „Finns“ und Elisa Kebschull (RCR) der Sieg in fünf ausgetragenen Läufen nicht zu nehmen.

Erwähnenswert und eine Werbung für den Segelsport die Altersstruktur der Starter. So starteten die 13-Jährigen Maja Morscheid (Memmingen) und Friederike Hirsch (Schlingen) bei den „Europe“ und der 85-Jährige (!) und Olympiateilnehmer Walter Mai bei den „Finns“. Jedenfalls die fünf Läufe an zwei Tagen und Rahmenbedingungen hatten Wettfahrtleiter Jürgen Gerbig und 15 Helfer, unterstützt durch die DLRG, voll im Griff.

Dabei herrschten auf dem Wasserrevier Goldkanal wahrlich sportliche Bedingungen. Windstärken von drei bis sechs Beaufort waren angesagt. Das führte bei Böen zu mancher Kenterung, die meist ohne fremde Hilfe behoben werden konnten.

Bei den „Finn Dinghy“ gewann der Ranglistensegler des RCR Jürgen Eiermann alle Läufe vor Rainer Haacks (Segler Verband Nordrhein-Westfalen). Daniel Uhl vom RCR belegte einen achtbaren fünften Platz im Feld der 28 Starter.

Mehrere RCR-Segler*innen aber auch der befreundeten „Segelkameradschaft Pforzheim“ (SKP) am Goldkanal lieferten sich spannende Bord-an-Bord-Kämpfe bei den fast 30 an den Start gegangenen „Europe“. Souverän gewann hier RCR-Seglerin Elisa Kebschull alle Läufe. Hinter Anica Rimmele vom Yacht-Club Immenstadt musste sich RCR-Seglerin Pilar Hernandez Mesa vom RCR nur mit drei Punkten Abstand geschlagen geben. Christian und Paul Diebold vom RCR wurden Fünfter bzw. Siebter.

Bei der Siegerehrung freute sich Segelwart Michael Westholt, dass endlich wieder eine Regatta stattfinden konnte und dieses unter idealen Bedingungen.

Alle Ergebnisse hier!

Das nächste Regatta-Ereignis beim RCR auf dem Goldkanal ist am 2./3. Juli der „Korsarpreis“ auf dem Goldkanal.

Text & Fotos: Wollenschneider

 

Logbuch Riko Rockenbauch: Sommer-Tour 2021

Junioren Weltmeisterschaft

Vom 6. Juli bis zum 11. Juli fand die Junioren Weltmeisterschaft im 49er, 49erFX und Nacra17 in Gdynia (Polen) statt. Also flog ich am 1. Juli zusammen mit meinem Steuermann Moritz Dorau von Frankfurt über Warschau (PL) nach Danzig (PL). In Gdynia war ich zusammen mit Moritz in einer Ferienwohnung 10 Minuten vom Hafen entfernt untergebracht. Da wir in Frankfurt bereits um 10:00 Uhr losgeflogen waren hatten wir in Gdynia noch genug Zeit unsere Wohnung einzurichten und unser Boot abzuladen. Da wir bereits 2019 zur 29er Weltmeisterschaft in Gdynia waren sind wir gleich mit der Umgebung vertraut gewesen. Trotzdem war der Jahrmarkt der entlang der Promenade aufgebaut war erneut sehr eindrucksvoll. Die Junioren Weltmeisterschaft fand im Rahmen der Gdynia Sailing Days statt, die das Hauptevent von Gdynia im ganzen Jahr darstellt. Im Rahmen der Gdynia Sailing Days fand neben der JWM auch ein Beach Volleyball Tournier und eine Regatta der Open Bic Klasse statt. Die JWM war unsere erste und letzte Regatta im 49erFX, da wir danach in den 49er umgestiegen sind. Vom 2.7. bis zum 5.7. hatten wir mit unserer Gruppe und unserem Trainer Jakob Janich ein Vortraining und genug Zeit uns wieder in das Revier einzufinden und uns perfekt auf die anstehende Weltmeisterschaft vorzubereiten. Am 6.7. fand das Practice-Race statt, an dem wir teilgenommen haben um uns ein Bild von der Wettfahrtleitung zu machen. Wir konnten das Practice-Race leider nicht beenden und mussten es nach der ersten Luv-Tonne abbrechen, weil unser Gennaker falsch angebunden war und wir so kein Downwind fahren konnten. Zum Glück ist uns das aber nur im Practice-Race und nicht bei der Weltmeisterschaft passiert.

Am 7.7. startete also die Junioren Weltmeisterschaft 2021. Im 49erFX gingen 54 Boote an den Start. Der erste Tag lief für uns mit den Platzierungen 3,3,5 bei 15-20 Knoten traumhaft. Nach dem ersten Tag landeten wir insgesamt auf dem 2. Platz, wobei uns klar war, dass es schwer werden würde diesen Platz gegen das stark besetzte Feld zu verteidigen. An den folgenden beiden Tagen lief es immer noch ganz gut aber nicht mehr so überragend wie am ersten Tag, sodass wir als 10. Boot in das Fleetracing gingen. In der Goldfleet hat uns das spürbar höhere Niveau im Vergleich zu den Qualifikationsrennen sehr zu schaffen gemacht. In einigen Momenten hat uns ein gutes Stückchen Erfahrung gefehlt, da wir nur ein halbes Jahr Zeit hatten um uns im 49erFX zu etablieren und bei der JWM Teams an den Start gingen, die um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokyo kämpften. An den zwei Finaltagen fanden 6 Rennen statt in denen wir leider kein einziges Top 10 Ergebnis ersegeln konnten. Insgesamt landeten wir am Ende auf dem 19. Platz und in der U19 Wertung auf Platz 4 womit wir für unser erstes Event im 49erFX immer noch zufrieden sein konnten. Die Junioren Weltmeisterschaft gewannen im 49erFX die Favoritinnen Jana Germani und Giorgia Bertuzzi aus Italien, welche die Olympia-Quali 2021 nur knapp verpassten vor Richard Schultheis und Max Körner.

Nach dem Verladen der Boote und einem erfolgreichen letzten Abend fuhren wir am nächsten Morgen zusammen mit Philipp Royla nach Kiel, da unser Hänger für die Deutsche Meisterschaft und weitere Trainings nach Kiel musste. Von dort aus fuhr ich am darauffolgenden Tag mit Moritz nach Hause um dann noch die letzte halbe Woche vor den Ferien in die Schule zu gehen.

Junioren Deutsche Meisterschaft

Das nächste Event was anstand war die Internationale Deutsche Junioren Meisterschaft am Wittensee vom 12.-15. August. Unsere ersten Schritte im 49er machten wir 3 Tage vor Beginn der Deutschen Meisterschaft in Kiel Schilksee mit Philipp Sudbrack als Trainer. Die ersten Trainingstage im 49er liefen bei 10-15 Knoten wesentlich besser als erwartet, da wir mit einem Teamgewicht von ca. 140 kg relativ leicht für den 49er waren. Am 11. August sind wir zusammen mit Philipp, Katharina Schwachhofer und Elena Stolze an den Wittensee gefahren, der etwa eine halbe Stunde von Kiel entfernt ist. Dort haben wir am Nachmittag noch unsere Boote aufgebaut und alles in Schuss gebracht. Da mein Steuermann Moritz seit August in Kiel wohnt war die Frage der Unterkunft zum Glück bereits geklärt. Am ersten Tag war der Wind mit 4-8 Knoten im unteren Bereich und kam uns daher sehr zu gute. Auch die Tatsache, dass der Wind sehr böig und stark drehend war spielte uns ganz gut in die Karten. Da sowohl Moritz als auch ich an einem kleinen See segeln gelernt haben, kannten wir solche Bedingungen ganz gut. Der erste Tag lief mit den Plätzen 4,2,9,6 für uns sehr gut, weshalb wir nach dem ersten Tag auf Platz 6 in dem starken Nachwuchsfeld lagen. An Tag 2 u. Tag 3 war wesentlich mehr Wind, mit dem wir sehr zu kämpfen hatten. Nun kam den erfahrenen Teams ihr höheres Gewicht und ihre Starkwind-Erfahrung extrem zu Gute. An beiden Tagen zusammen fanden 8 Rennen statt, von denen wir 3 Rennen nicht beenden konnten, weil zu viel Wind für uns war. Am vierten und letzten Tag waren nur 3 Rennen angesetzt, in denen wir die Plätzte 11,1 und 11 ersegelten. Insgesamt landeten wir am Ende auf Platz 10 von 12, womit wir nicht ganz zufrieden waren. Jedoch war von unserer ersten Regatta bei einem Feld, wo die gesamte Spitze des Deutschen Nachwuchses vertreten war Ergebnis technisch nicht viel mehr zu erwarten. Immerhin hatten wir ein paar Läufe mit sehr guten Platzierungen erreicht, was uns gezeigt hat, dass wir auch schon mal vorne angreifen können.

Junioren Europameisterschaft

Um bei unserer nächsten 49er Regatta besser abzuschneiden haben wir die darauffolgende Woche in Kiel zusammen mit Philipp trainiert und uns auf die Junioren Europameisterschaft vorbereitet, welche vom 4. bis 8. September stattfand. Geplant war am 1. September an den Lipnosee (Tschechien) aufzubrechen, wo die Junioren Europameisterschaft stattfinden sollte. Da Tschechien kurzfristig seine Einreiseauflagen für den Zeitpunkt unserer geplanten Anreise verschärfte mussten wir sehr kurzfristig umplanen. Also fuhr ich bereits am Samstag den 28. August von Mainz nach Kiel um am nächsten Tag zusammen mit Moritz Dorau und Philipp Royla unseren Hänger nach Tschechien zu fahren. So konnten wir durch eine frühere Anreise die schärferen Einreisebeschränkungen umgehen und noch ein par Tage bei dem 49er Bundestrainer Till-Jonas Gerngroß mittrainieren. Da die Junioren Europameisterschaft genau in meiner ersten Schulwoche nach den Sommerferien lag, musste ich auch für dieses Event erneut vom Unterricht befreit werden. Insgesamt hatten wir 3 Tage Zeit um den See genau kennen zu lernen und um noch ein wenig an unserer Technik zu arbeiten. Die JEM startete am 2. September. Im Gegensatz zur JWM starteten wir nun aber nicht mehr im 49erFX sondern im 49er. Was wir bereits im Training festgestellt hatten wurde bereits am ersten Tag bestätigt: es würde sehr schwer werden das Wind-System zu erkennen und demnach seinen Plan auszulegen. Den richtigen Schlüssel für alle Rennen fanden wir zwar nicht, konnten aber im zweiten und dritten von vier Rennen des Tages einen 1. Platz und einen 2. Platz ersegeln. Jedoch hatten wir mit zwei 27. Plätzten bereits einige Punkte gesammelt. Am zweiten Tag erzielten wir die Ergebnisse 18,28 und 6, wobei uns im zweiten Rennen des Tages die Vorfahrt an der ersten Luv-Tonne genommen wurde, was uns 10 Boote und somit viele Punkte gekostet hat. Jedoch konnten wir gut mit dem zweiten Rennen des zweiten Tages abschließen und schnell den Fokus wieder finden, wodurch wir im letzten Rennen des Tages noch einmal mit dem 6. Platz eine Top Platzierung einbringen konnten. Am nächsten Regatta-Tag mussten wir bei sehr wenig Wind unsere Nerven besonders bewahren. Und genau das taten wir! Mit einem 2. und einem 3. Platz konnten wir uns in der Gesamtwertung zurück auf Platz 8 kämpfen. Am letzten Tag konnte sich der Wind erst nicht stabilisieren, weshalb wir bis 14 Uhr an Land warteten. Dann ging es bei immer noch sehr instabilem Wind aufs Wasser. Nach zwei Rennen, in welchen wir unter den Top 10 waren und diese abgebrochen wurden wurde eine Minute vor letzter Startmöglichkeit erneut ein Rennen gestartet. In diesem Rennen erwischten wir leider einen extrem schlechten Start und taten uns dann sehr schwer aufzuholen. Deshalb konnten wir im letzten Rennen der Regatta leider nur einen 25. Platz verzeichnen. Nach vier Tagen und zehn Rennen landeten wir insgesamt auf Platz 13 von 29 und wurden zweitbestes deutsches Team. Die Europameisterschaft gewannen Hernan Umpierre und Fernando Diz aus Uruguay vor einem Team aus Polen. Wir gingen also mit einem sehr guten Gefühl aus der Regatta und waren definitiv zufrieden mit dem Ergebnis.

Abschließende Bilanz

Unsere Bilanz über den ganzen Sommer fällt insgesamt ziemlich positiv aus, da wir bereits in unserem ersten Jahr im 49er/49erFX zwar nicht in allen Rennen aber bei allen drei Regatten (JWM, IDJM, JEM) auch mal ganz vorne mitsegeln konnten. Derzeit bereite ich mich auf mein Abitur im Januar vor, während Moritz sein Bundes-Freiwilligen-Dienst in Kiel macht.

Ich bedanke mich im Namen von Moritz und mir sehr herzlich bei allen die uns bisher so stark unterstützt haben, wofür wir sehr dankbar sind. Ein besonderer Dank geht dabei an unsere Eltern, den RCR, den SVS und den VDWS. Ich freue mich auf die Zukunft und hoffe weiterhin auf solch eine starke Unterstützung.

Sportliche Grüße

Euer Riko Rockenbauch (GER 875)

Landesjugendmeister Laser Radial 2020



Felix Vogt vom RC Rastatt Landesjugendmeister im Segeln

Talentförderung hat sich ausgezahlt



Titelverteidigung 2021 fest im Visier


Rastatt(-).

Nach den Erfolgen mit olympischen Perspektiven von Riko Rockenbauch in seiner Segel-Rennmaschine „29er“ meldet sich in Corona-Zeiten ein weiteres Talent der Segelabteilung des Ruder-Club Rastatt (RCR) erneut zu Wort. Felix Vogt, Seit einigen Jahren Kader-Segler des Landes-Segler-Verbandes Baden-Württemberg gewann am Bodensee bei starker Konkurrenz den Titel eines Landesjugendmeisters im „Laser Radial“.

Freude auch bei Segelwart Michael Westholt. Er weiß zu berichten, dass Felix Vogt in einer vom Verein gekauften Einhandjolle segelt, zu der man Zuschüsse vom Badischen Sportbund und der Stadt Rastatt erhalten hatte. Dazu der RCR-Segelwart: „Das intensive Training am Goldkanal und die Sportförderung der Stadt Rastatt zahlen sich aus.“

Noch im Februar vor dem Corona-Lockdown fand mit Felix Vogt ein Training des Landeskaders im spanischen Barcelona statt. Im Gegensatz zu anderen Mitsportlern konnte sein Segelboot eben noch nach Deutschland herausgebracht werden. Da während des Lockdowns auch das komplette Wasserprogramm beim RCR gestoppt wurde, war intensives Theorie-Studium und Krafttraining angesagt.

In einer zweiten Phase wurde der Segelbetrieb unter enormen Hygienevorschriften und das Kadertraining wieder aufgenommen. Allerdings wegen der Anreise an den Bodensee nicht für Felix. Dafür folgten viele Segelstunden auf dem Goldkanal und dann endlich in den Pfingstferien das einwöchige Kadertraining in Kiel mit gesammelten Erfahrungen auf der rauen See.

Im Juli war der erste Wettkampf in der Corona-Saison für Felix Vogt die Distriktmeisterschaft Süd in Überlingen. In einem starken Feld mit drehenden Winden ersegelte sich der Binnensegler vom RCR als bester Kadersegler einen vielversprechenden dritten Platz. Die baden-württembergischen Landesjugendmeisterschaften, vor Überlingen am Bodense,e sollten zeigen, wo Felix Vogt in seiner Bootsklasse steht.

Bei hoher Leistungsdichte, auch wenig Wind, dann viel Regen und enorm taktisch klug, erkämpfte sich RCR-Segler in zwei Läufen den Titel eines Landesjugend-Seglermeisters im „Laser Radial“ vor Niklas Ill vom Yachtclub Ludwigshafen-Bodensee. „Ich möchte auch im nächsten Jahr meinen Landestitel verteidigen“, betont selbstbewusst der Segler vom Ruder-Club Rastatt.


Bild:

Bei den Landesjugendmeisterschaften Baden-Württemberg vor Überlingen am Bodensee errang der Segler Felix Vogt (im Vordergrund links) vom Ruder-Club Rastatt den Titel in der Einhandjollenklasse „Laser Radial“.

Foto:


Landesseglerverband

Olympia mit dem RCR


Olympia-Teilnahme 2024 fest im Visier


Nachwuchssegler Riko Rockenbauch vom RCR auf dem Weg zum Spitzensport

RCR unterstützte Neuinvestition eines 29ers

Rastatt/Elchesheim-Illingen(wo). Wenn auch der Sportbetrieb bei den drei Abteilungen des Ruder-Club-Rastatt (RCR) zunächst bis 19.April 2020 ruht, das Mitglied Riko Rockenbauch (Jahrgang 2003) kann auf eine stolze Regattabilanz verweisen und wäre bei der ausgefallenen Sportlerehrung der Stadt Rastatt klar dabei gewesen. Riko begann mit sechs Jahren im Einsteiger-Segelboot „Optimist B“ und wurde 2019 in der U17 Wertung Deutscher Meister in der Segelboot-Rennmaschine 29er. Gemeinsam mit seinem Steuermann Moritz Dorau (Segelverein Schluchsee) wurde Riko Rockenbauch 2019 ins deutsche Nachwuchs-Nationalteam berufen.

Jetzt hat der Segler vom RCR die Olympiade 2024 im Visier und kann auf diesem Weg seinen ganzen gezeigten Elan und seine stetig gewachsene Erfahrung einbringen. Nach dem Jüngstenschein 2009 konnte der geborene Mainzer den ersten Platz im Opti B-Cup erringen, bei internationalen Regatten vorne mitsegeln und dann mit zehn Jahren in die Bootsgattung der Optimist A umsteigen.

Das Segeltalent Riko Rockenbauch machte als Segler von einem Binnenrevier bald von sich reden und regattierte bei der Travemünder Woche, in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Slowenien, Österreich, Italien und Belgien. Gerne erinnert sich der junge Segler vom Goldkanal an die Teilnahme beim Störtebecker Cup, das Hochseesegeln mit Kegelrobben um Helgoland und Segeln mit Delfinen in der Nachbarschaft beim slowenischen Portoroz (Adria). Da war natürlich bei den weiten Anreisen die Unterstützung von der Familie und Vereinsseite wichtig.

Mit 14 Jahren stieg Riko Rockenbauch in das Zweihand-Jugendboot 29er um. Der Ruder-Club Rastatt fördert aktiv seinen Seglernachwuchs und tätigte 2018 eine Neuinvestition für ein wettbewerbsfähiges Vereinsboot, das immerhin in einer Preisdimension von zirka 10 000 Euro liegt. Zusätzlich wurde der 29er vom Badischen Sportbund und der Stadt Rastatt bezuschusst. Der 29er ist 90 Kilogramm leicht, hat ein Großsegel mit Fock und ist ein „One Design Boat“, d.h. alle bei Regatten antretenden Jollen sind baugleich. Das Material ist glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK).

Bei der Erfolgsgeschichte im 29er mit Steuermann Moritz Dorau (SV Schluchsee) und Riko Rockenbauch schälte sich ein Spitzenteam heraus, das 2019 in der Regattaszene immer wieder vorne mitmischte. Der RCR-Segler und sein Steuermann nennen Punkte ihres Erfolgskonzepts: „Wir haben gute Vorkenntnisse aus der Optimistenzeit und sind sehr gut in das Landes- bzw. Nationalkader integriert worden. Selbstständigkeit und Disziplin gehören dazu und ohne eine sehr gute materielle Ausstattung geht natürlich gar nichts.“

Was das für das Team Rockenbauch/Dorau heißt, belegen bereits ihre Erfolgsplatzierungen: 4. Platz U17 bei der Weltmeisterschaft in Gdynia (Polen), 3. Platz U17 bei der Europameisterschaft 2019 auf dem Ammersee, erster Platz bei der Internationalen Jugendmeisterschaft, Teilnahme und zweiter Platz beim Eurocup-Finale U17 usw. Dazu der Segelwart des RCR, Michael Westholt: „Unsere professionelle Nachwuchsarbeit zahlt sich aus. Wir sind sehr stolz darauf, wieder so einen herausragenden Segler wie Riko in unseren Reihen zu haben.“

Riko Rockenbauch und Moritz Dorau planen nach der Saison 2020/21 den Umstieg in die olympische Bootsklasse des 49er. Hier warten noch härtere Herausforderungen, wie ein Doppeltrapez und noch mehr Geschwindigkeit. Vorab gilt es für den RCRler noch mehr Erfahrungen im 29er zu sammeln. Die neuen Segel und den Mast werden derzeit noch geschont und voraussichtlich von den Jungen bei der Kieler Woche im Juni erstmalig eingesetzt. Aus Materialsicht kann der RCR 2020 mit weiteren Top-Platzierungen rechnen.


Bild: Mit dem vierten Platz in der deutschen Rangliste im Segelboot 29er und Timo Rockenbauch stellt die Segelabteilung des Ruder-Club Rastatt ein herausragendes Mitglied des deutschen Nachwuchs-Nationalteams.

Foto: RCR

Niklas Weisenbach siegte bei den „Europe“


Herbstwind-Segelregatta beim Ruder-Club Rastatt


88 Segler starteten bei fünf Wettfahrten auf dem Goldkanal


Niklas Weisenbach siegte bei den „Europe“


Rastatt/Elchesheim-Illingen(RCR). Ein stattliches Regattafeld mit 88 Einhandseglern ging bei der Herbstwindregatta auf dem Goldkanal an den Start. Die Regattawartin der Segelabteilung des Ruder-Clubs Rastatt(RCR), Andrea Weingärtner, konnte zu der Ranglistenregatta des Deutschen Seglerverbandes Akteure Boote der „Europe“ und „Optimist A und B“ und zusätzlich bei den „Laser 4.7“ begrüßen.

Die „Herbstwind-Starter“ kamen aus Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Das zur Freude von Segelwart Michael Westholt, der bestätigt fand, welche Anziehungskraft das Rastatter Wassersportrevier konstant hat. An zwei Regattatagen, der erste kühl mit Winden bis drei Beaufort, der zweite bei blauem Himmel mit Windböen bis sechs Beaufort, mischten auch acht Starter vom RCR bei den fünf Läufen, mit einem Streichresultat, mit.

Bei den „Europe“ war die Rastatter Sportlerin des Jahres, Pilar Hernandez, nicht am Start. Dafür konnte Niklas Weisenbach vom RCR die Konkurrenz hinter sich lassen und siegte vor Katharina von Schleinitz vom Hanseatischen Segel Sport Club und Sabine Moschinsky von den Bühler Segelfreunden (Alpsee). Einen achtbaren Platz im Feld der 24 Jollen erzielten auch Christian Diebold (7.) und Paul Diebold (9.) vom RCR bei den „Europs“. Siegen bei den „Laser 4.7“ konnte auch der RCR -Segler Viktor Zlotos vor Frederick Puls, ebenfalls vom Goldkanal-Team.

Gerade am Sonntag wurden durch die drehenden Winde die jungen Regattasegler in der Einsteigerklasse in den Segel-Regattasport, den Optimisten, gefordert. Aber Wettfahrleiterin Andrea Weingärtner, assistiert von Ingolf Dresp, hatte dank der Regattahelfer des RCR und dem wachsamen Auge (Bojenleger, Sicherungs-, Juryboot) der DLRG alles im Griff. Mit vier Laufsiegen bei den Opti B war souverän Philipp van Husen vom Yachtclub Radolfzell vor Patrick Zimmermann vom Segelclub Rheingau der Sieg nicht zu nehmen. Eng um Ranglistenpunkte und die begehrten Ehrenpreise ging es bei den „Optimisten A“ zu. Hier siegte Ines Riedel vom Yachtclub Sipplingen knapp vor Tim Krause vom Deutschen Touring Yacht Club in Tutzing.

Gelungen war nicht nur die Wettkampfführung von Andrea Weingärtner und ihrem Team, sondern auch die logistische Begleitung, wobei Organisationsleiterin Gesine Diebold und Clubwirt Ralf Mahler erwähnt werden sollten.



Bild: Niklas Weisenbach (Segelnummer 1710) konnte bei der Herbstwindregatta auf dem Goldkanal die Klasse der „Europe“ gewinnen. Gestartet waren 88 Einhandjollen zur Ranglistenregatta.

Foto: © miku

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