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23 | 07 | 2017
Eine dreitägige „heiße Rudertour“

Rainer Wollenschneider

Eine dreitägige „heiße Rudertour“

Mit Fahrtenleiter Peter Hacker auf dem Main

Die von Peter Hacker 2015 organisierte Rudertour auf dem Main war schon ein Volltreffer. Da freute man sich, dass der erfahrene Fahrtenleiter nochmals eine 80 Kilometer-Tour von Röllfeld nach Frankfurt anbot. Die schließlich angetretene 14er-Truppe sollte einige Überraschungen, aber auch bei Temperaturen von über 30 Grad, eine „heiße Rudertour“ erleben. Jedenfalls, der Main mit dem im Vergleich zum Rhein humanen Großschifffahrtsverkehr bietet Landschaft in Grün pur. Und selbst viele Motorbootfahrer hatten ein Herz für die Rastatter Ruderertruppe in ihren drei Booten.

Der Fahrtenleiter ließ sich beim ADAC beraten, welches der günstigste Weg mit dem großen Bootshänger zum Startort wäre. Heraus kam eine Fahrt durch die Orte mit mancher, vorsichtig zu umfahrenden Ecken. Doch man kam neben dem zweiten Oldie-Begleitfahrzeug von Susanne dann glücklich an. Nicht ganz, denn vor dem Startplatz auf dem Röllfelder Campingplatz sollte ein Start unter der Devise folgen: Wie bringe ich den Hänger zum Wasser? Doch in gemeinsamer Arbeit wurde das schweißtreibende Projekt hinterher mit einem zünftigen Vesper realisiert. Abgesehen davon, dass Dieter B’s geniale handwerkliche Künste gefragt waren, ein nicht passendes Stemmbrett (das Original hatte man am Goldkanal vergessen) im Zweier „Flotter Dreier“ passend zu machen.

Dann konnte das Rastatter Ruderteam endlich starten. Positiv, wie auf der ganzen Tour, war, dass in keinem einzigen Fall auf den über 80 Flusskilometern die Bootsschleuse benutzt werden musste. Per Smartphone kontaktete man mit der Schleusenzentrale und wurde nie abgelehnt. Allerdings, die Berufsschifffahrt geht beim Schleusen vor! Da kam es dann doch zweimal vor, dass bis zu eineinhalb Stunden Wartezeit angesagt waren. Eileen und Susanne waren dazu einmal gar nicht „amused“, als sie beim Warten vor der Schleuse nach einem kühlenden Trip in eine nahe Eisdiele, ihre reduzierte Mannschaft im Vierer nur noch beim Einfahren in die Schleuse beobachten konnten. Der Schleusenoperator hatte nicht mehr warten wollen und mit dem Schließen der Tore gedroht. Doch auch diese Episode endete glücklich und die Mannschaft unter Obfrau Eileen fand wieder zusammen, um gemeinsam das Tagesziel anzusteuern.

Auf jeden Fall nach einem Tag mit heißen Temperaturen lockte das ideale Quartier in Kleinostheim, „Zum Schwanen“, direkt am Main. Nicht nur hier erfuhr man im Grenzgebiet zwischen Baden-Württemberg, Bayern und Hessen beispielhafte Biergartenatmosphäre. Dieses bei einem äußerst angenehmen Preisniveau, dass man in Rastatt mit den Ohren schlackern könnte. Doch zurück zum Rudern auf dem sehr gemächlich dahinfließenden Main. Vorbei ging es an Aschaffenburg mit seinem wuchtigen Schloss, wo der Ruderwart des Ruderclubs vorbildliche Gastfreundschaft demonstrierte und sogar seine Freizeit für die Rastatter opferte.

So sollte es dann auch bei der Hanauer RG sein, wo die Junioren-Trainerin die Hacker-Truppe herzlich empfing. Auf dem Weg dorthin, in Nachbarschaft mit vielen anderen Wochenendfreizeitsportlern, landete man in Seligenstadt (allerdings technisch sehr schwierig beim Ausheben der Boote) an. Die ehemalige Kaiserpfalz mit dem berühmten Kloster-Kräutergarten und einladender Openair-Gastronomie war ganz nach dem Geschmack der Rastatter Ruderer.

In brütender Hitze führte die letzte Etappe der Mainrudertour von Hanau bis zum Frankfurter Ruderdorf, wo bei der Borussia offene Türen und Hilfe gefunden wurde. Auf die letzten gut zehn Kilometer nach Hoechst musste der Fahrtenleiter wegen Wettläufen der Ruderbundesliga auf der Mainstrecke verzichten. Aber Anbetracht der Hitze, war das gut so! Noch eine Anmerkung: Die Landdienste mit dem Bootshänger hatten im Frankfurter Raum einen harten Job. Dazu ging ein besonderes Lob an Peter Hacker und Konrad Roth.

Mit „Handkäs mit Musik“, Eiern mit grüner Soße und Äppelwoi verabschiedete sich nach einer harmonisch verlaufenen Mainrudertour die Truppe von Frankfurt und landete wieder am Goldkanal. Die Teilnehmer und Fahrtenleiter Peter Hacker konnten auf drei ereignisreiche, heiße Tage happy zurückblicken.

Quelle: Bild und Text, Rainer Wollenschneider