Kategorie: Segeln

Ruder-Club Rastatt mit Wassermobil „WISH“

Ruder-Club Rastatt mit Wassermobil „WISH“


Zugang zu einem Segelboot für alle Mitglieder


RCR-Segelwart Andreas Deckers nach 18 Jahren verabschiedet

Rastatt/Elchesheim-Illingen(wo). Als der Seglernachwuchs Felix den Blumenkranz an den Bug des vorgestellten Segel-Clubbootes des Ruder-Club Rastatt (RCR) am Goldkanal heftete, leitete er unbewusst zu einer neuen Idee ein. Was beispielsweise für Rastatt das „Stadtmobil“ an Land ist, das stellt für RCR-Mitglieder das „Wassermobil“ vom Typ „Sailhorse 2591“ dar. Das Clubboot mit dem Namen „Wish“ steht beispielsweise jungen Familien im Club zur Verfügung, die sich nicht gleich ein größeres Segelboot kaufen wollen.

Man zahlt einen jährlichen Obolus und drei Paten werfen ein Auge darauf, dass mit dem Clubeigentum pfleglich umgegangen wird. Das Clubboot wurde in den Niederlanden erstanden und ist nahezu identisch mit dem schon vorhandenen und bewährten RCR-Schulungsboot des gleichen Typs. Der neue Segelwart Michael Westholt dankte dem Badischen Sportbund und der Stadt Rastatt für die Förderung der Idee, allen RCR-Mitgliedern den Zugang zu einem Segelboot zu ermöglichen.

Gleichzeitig wurde im Rahmen der sehr gut besuchten, von Brigitte Neff vorbildlich organisierten Bootsvorstellung des „Wassermobils“, auch die Verabschiedung von Segelwart Andreas Deckers vorgenommen, der 18 Jahre in seinem Amt war. „Er hat als Segelwart seine Aufgabe als eine Mission gesehen“, würdigte der Vorsitzende des RCR, Uli Jung. Deckers habe sich als treibende Kraft gerade für die Jüngsten- und Jugendarbeit verdient gemacht. Acht Sportler des Jahres der Stadt Rastatt und nationale und bundesweite, selbst internationale Titel, belegten „sein langjähriges Wirken als treibende Kraft“.

Nach Uli Jung habe Andreas Deckers „ein starkes Fundament geschaffen“, auf das man im Förderstützpunkt des Landesseglerverbands am Goldkanal aufbauen werde. Deckers sicherte den Anwesenden zu, er wolle weiterhin beim Geschehen dabei sein, wo er gebraucht werde.


Bild: Im Rahmen der Vorstellung des „Wassermobils“, einer „Sailhorse“ mit dem Namen „Wish“ des Ruder-Club Rastatts, wurde auch nach 18 Jahren Segelwart Andreas Deckers verabschiedet.

Foto: Wollenschneider

RCR-Club Segelboote


RCR Club Segelboote



Sailhorse „Wish“

Laser Bahia

Die Sailhorse „Wish“ ist ein offenes Kielboot mit sicheren Segeleigenschaften und viel Platz. Sie kann bequem – aber auch sportlich mit Spinnaker und Trapez – gesegelt werden.

Ein baugleiches Boot wird seit vielen Jahren erfolgreich als Ausbildungsboot im RCR gesegelt. Die Sailhorse hat einen Wasser-Liegeplatz im Hafen des RCR. Die Laser Bahia ist eine moderne und einfach zu bedienende Segeljolle.

Dia Bahia ist schnell aufzubauen und gutmütig zu segeln. Mit Trapez und Gennaker spricht das Boot aber auch sportliche Segler an. Perfekt für den Einstieg ins sportliche Jollensegeln.


NEU ab 2021: Melges 24 – neues RCR-Clubboot –



Kielboot Melges 24 „RCR Team“

>>Bild folgt<<

Seit Neuem haben wir eine Melges 24. Das offene Kielboot wird im Rahmen der Clubboote Vereinsmitgliedern angeboten.

Das Boot kann sowohl im Freizeitbereich, als auch im Regattaeinsatz gesegelt werden. Primäres Ziel ist es, geeignete Teams innerhalb der RCR zusammenzustellen, um gemeinsam

zu trainieren . Die Melges wird in der Regel mit einer Mannschaft von 3-5 Personen gesegelt, ohne die sie kaum voll ausgenutzt werden kann.


Die Melges richtet sich an

  • ambitionierte Segler, die gerne auch einmal an einer Regatta teilnehmen wollen. Hierzu kann das Boot auch übers Wochenende mitgenommen werden. Es gilt eine entsprechende Kostenübersicht in den Regelungen über die Clubboote.
  • Jollensegler, mit besonderem Blick auf die Jugendabteilung und die Trainingsgruppen, die die Möglichkeit haben sollten, ebenfalls einmal auf einem Kielboot zu fahren. Schnuppersegeln dazu wird angeboten.
  • andere Jollen- und Kielbootfahrer, die ebenfalls ambitionierter segeln wollen.

Die Teambildung erfolgt nach Absprachen und aus einem Pool von Nutzern, für die auch eine Melges24-Gruppe bei Whatsapp existiert. Bitte sprecht dafür Christian van Briel oder Christoph Puls an. Sie sind die Obleute für das Boot und regelmäßig beim Club zu finden.


Das Boot ist recht anspruchsvoll zu segeln, weshalb die neuen Interessenten erst mit den Leuten segeln, die schon mit dem Boot vertraut sind und als Bootsführer eingetragen sind..

Es unterscheidet sich sowohl in den Segeleigenschaften, als auch in der Durchführung der Segelmanöver.


Auch ist bauartbedingt eine Reparatur schwieriger und wesentlich kostenaufwendiger. Es ist notwendig, dass die Interessenten ein entsprechendes seglerisches Niveau haben, um diesen Rahmenbedingungen zu entsprechen. Es wird für das Boot keine offizielle Beschreibung

geben, da jeder, der mit dem Boot eigenständig segelt, mindestens so lange als Crewmitglied gefahren ist, dass er den kompletten Umgang mit dem Boot beherrscht.


Deshalb ist es einfach wichtig, wenn ein gewisses Set an Manövern gesegelt wurde.


Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr Lust habt, mit ihr zu segeln.


Du willst mit den Clubbooten segeln?

1. Wende Dich bitte für eine Einweisung in das jeweilige Segelboot an einen

Bootspaten

.

2. Nach der Einweisung und Freigabe kannst Du dieses Club-Segelboot selber buchen und segeln.

3. Mit dem Buchungskalender im Internet kannst Du sehen, wann die Boote frei sind und ein Boot für dich reservieren.


Bootspaten Melges 24:


Christian van Briel

0171 7865256

Christoph Puls


Bootspaten Sailhorse „Wish“:


Uschi Bodemer

Thomas Bitsch

Ralph Helbig


Bootspaten Laser Bahia:


Jonathan Herm

Thomas Bitsch

Ralph Helbig


Kontakt

Bootspaten:

bootspate@ruder-club-rastatt.de



Buchungskalender

:

Die Zugangsdaten zum Buchungskalender bekommst Du nach der Einweisung von den Bootspaten.


Buchungskalender – hier:


www.clubboot.de





Anmeldung und Spielregeln:





Anmeldung

für die Club-Segelboote:

Hier klicken…


Nutzungsregeln

für die Club-Segelboote:

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Boots-Handbücher:



Sailhorse Wish Bootshandbuch

:

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Osterregatta Finn Europe 2019

Ranglisten-Osterregatta auf dem Goldkanal


Rastatter Starter hatten deutlich die Bugspitze vorn

Segel-Urgestein Dieter Faaß auch dabei

Rastatt/Elchesheim-Illingen(wo). Das Wassersportrevier Goldkanal zeigte sich am Osterwochenende von seiner besten Seite und ein Hauch von Olympia wehte zudem über den See. Es waren 55 Einhandsegler in den olympischen Klassen der „Finn-Dinghy“ und „Europe“ angetreten, um unter der Regattaleitung von Jürgen Gerbig, assistiert von Andrea Weingärtner, auch den Stellenwert der Sportler von der Segelabteilung der Ruder-Club Ras-tatt (RCR) auszuloten.

Unter den Regattahelfern neben dem Rettungsboot der DLRG auch der neue Erste Vorsitzende Uli Jung. Bei idealen Windstärken von zwei bis fünf Beaufort, aber auch tückischen Böen, konnten die Starter vom RCR voll punkten. Gleichzeitig feierte die Osterregatta ihr 40-Jähriges. Aus diesem Anlass war der erste Gewinner der Basis-Regatta von 1979, RCR-Urgestein Dieter Faaß, anwesend. An seiner Seite der Mehrfachstarter der Goldkanalregatta, Olympiateilnehmer Walter Mai und der auch als Sportler des Jahres der Stadt Rastatt ausgezeichnete, Jürgen Eiermann vom RCR. Was Generationenübergreifendes Segeln betrifft, demonstrierte Walter Mai mit seinen fast 83 und Julian Hartung vom RCR mit 23 Jahren. Bei den fünf Läufen und einem Streichresultat der Regatta hatte Eiermann Konkurrenz bei den Finn-Dinghy in den eigenen Reihen durch Daniel Uhl. Doch schließlich konnte Jürgen Eiermann, der „Eggman“, drei Läufe gewinnen und den Siegerpreis entgegennehmen. Daniel Uhl wurde Fünfter.

Mit den Finns traten auch die „Europe“ zum Wettkampf auf dem Wasser an. Hier fanden sich unter den 24 Startern gleich fünf vom RCR. Dabei lieferte sich die amtierende deutsche Meisterin bei den „Europe“ vom Goldkanal, Pilar Hernández Mesa, mit der enorm motivierten Clubkameradin Elisa Kebschull einen spannenden Bord-an-Bord-Kampf.

Gleich der erste Lauf bei den „Europe“ verlief äußerst spannend. Während Elisa Kebschull diesen gewinnen konnte, verspielte Pilar den zweiten Platz kurz vor der Ziellinie, als sie kurzfristig über Bord ging. Elisa Kebschull dominierte schließlich, Pilar Hernandes wurde Zweite in der Endabrechnung. Dann folgte Viola Loos vom Stuttgarter Segelclub. Den Erfolg des RCR machten Christian und Paul Diebold auf einem vierten bzw. fünften Platz im Feld der 24 Starter komplett.



Bild 1: Bei der Osterregatta beim RCR am Goldkanal konnte man auf 40 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Dabei von links: Dieter Faaß (Sieger von 1979), Jürgen Eiermann (Rastatter Seniorensportler), Walter Mai (Olympiateilnehmer), Jürgen Gerbig (Regattaleiter), Daniel Uhl, Andrea Weingärtner, Julian Hartung, Michael Westholt (Segelwart).

Foto: Wollenschneider



Bild 2: Spannende Bord-an-Bord-Kämpfe gab es bei der Oster-Ranglisten-Regatta der „Finn-Dinghy“ und „Europe“ des RCR auf dem Goldkanal.

Foto: Wollenschneider

Gelungener Saisonauftakt für RCR-Segler

„Schneeglöckchenregatta“ auf dem Goldkanal


Gelungener Saisonauftakt für RCR-Segler

Felix Vogt ließ Konkurrenz keine Chance

Rastatt/Elchesheim-Illingen(-). Zum Auftakt der Regattasaison am Goldkanal veranstaltete die Segelabteilung des Ruder-Club Rastatt (RCR) die „Schneeglöckchenregatta“. Die Wettfahrtleitung lag in den bewährten Händen von Andreas Deckers und Andrea Weingärtner, die auch sieben französische Starter für das Championat Grand Est begrüßen konnten.


Gestartet wurde bei der Regatta für die deutsche Rangliste in drei Klassen der „Laser“-Einhandjolle, die auch olympisch ist. Das Bootsgewicht beträgt zirka 65 Kilogramm. Fünf Läufe mit Winden bis maximal drei Beaufort konnten durchgeführt werden, wobei auch in Nachwuchsklasse der Laser 4.7 mit geringerer Segelfläche gestartet wurde.


Hier ließ der letztjährige Landesmeister vom RCR, Felix Vogt, der Konkurrenz keine Chance. Er platzierte sich vor Sebastian Höke (Segelverein Schluchsee) und Fynn Reisig (WSV Schierstein) bei vier von fünf Läufen. Auch im Streichresultat wurde der Zweiter.


Ähnlich lief es für Felix Deckers vom RCR und seinem Laser Radial. Der Goldkanalsegler lieferte sich einen engen Kampf mit Claude Wurtz aus Frankreich und dessen Landsfrau Corinne Antoine. Bei den Startern in der Klasse der Laser Standard erzielte Philipp Deckers in den Läufen auch vordere Platzierungen. Schließlich musste er sich nur dem souveränen Felix Laukhardt (SC Undine Offenbach) und Florian Hafner (YC Langenargen) geschlagen geben.


Bei der Siegerehrung war man für die Organisation des RCR an zwei Tagen des Lobes voll und hatte die teils weite Anfahrt zum Rastatter Regattarevier nicht bereut. Die nächste Regatta am Goldkanal mit Finn-Dinghy- und Europe-Jollen findet am Osterwochenende statt.

Bild: In zwei von drei Klassen der Einhandjolle Laser konnten Segler des RCR am Goldkanal bei der Schneeglöckchenregatta“ für Punkte in der deutschen Rangliste gewinnen.

Text: Wollenschneider Foto: RCR

Pilar Hernandez Mesa und Jürgen Eiermann sind Sportler des Jahres 2018


Pilar Hernandez Mesa Sportlerin des Jahres 2018


Jürgen Eiermann Seniorsportler des Jahres 2018

Bei der Sportlerehrung am 22. März 2019 in der Aula des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt wurden Sportler/innen der Ruder-und Segelabteilung geehrt. Isolde Orschulko wurde für den Äquatorpreis des Deutschen Ruderverbandes geehrt. Felix Vogt wurde für den Landesmeistertitel von Baden-Württemberg im Laser 4.7 geehrt. Er segelt im Landeskader TK2. Riko Rockenbauch, der mit Moritz Dorau vom Schluchsee seit zwei Jahren zusammen segelt wurde für seinen Deutschen Jugendmeistertitel im 29er geehrt. Beide sind aktuell im Bundeskader NK2 der 29er und in Sachen Segeln sehr viel unterwegs.



Pilar Hernandez Mesa

segelt die Jolle Europe. Sie erreichte im Sommer den fünften Platz bei der Europameisterschaft der Master der Damen und Platz 17 bei der Weltmeisterschaft jeweils in Kühlungsborn. Zum Abschluß des Jahres wurde sie dann noch Deutsche Meisterin am Brombachsee in Bayern.

Pilar ist Spanierin und kommt aus Gran Canaria. Ihre Segelleidenschaft begann mit zwölf Jahren. Sie bekniete ihre Eltern, im Opti segeln zu dürfen. Regelmäßiges Segeln, Trainings und Regatten trugen zur Entwicklung ihres Segeltalents bei. Der Umstieg mit 15 Jahren in die Europe und der Einstieg in die spanische Nationalmannschaft

führten 2005 zum Gewinn der spanischen Jugendmeisterschaft.

Mit dem Studium 2006 am KIT in Karlsruhe wurde ihre aktive Segelkariere kurz unterbrochen. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2013 entdeckte sie als Doktorandin beim KIT den RCR und den Goldkanal. Ab da stand das Regattasegeln wieder auf dem Programm. Sie holte gleich ihre Europe aus Spanien und ging damit auf Regatten in Süddeutschland. Unser Bürgermeister Arne Pfirrmann fand dass Pilars Werdegang ein Beispiel einer europäischen Segelkarriere darstellt und zeigt, wie Sport Menschen und Nationen verbindet.


Jürgen Eiermann

segelt im Finn Dinghy und wurde schon im Jahr 2000 zum Sportler des Jahres gewählt. Für seine weiteren Erfolge in seiner langen Segelkarriere wurde er nun zum Seniorsportler des Jahres gewählt. Für die Nominierung ausschlaggebend waren der Vizeweltmeistertitel 2009 bei den Finn Masters in Bordeaux, mehrfache Süddeutsche und Schweitzer Meisterschaften, viele Siege auf nationalen und internationalen Revieren und seine Erfolge im H-Boot. Der Gewinn der Vizeweltmeisterschaft 2018 in der Internationalen 5,5m Klasse in Cowes rundeten seine Erfolge ab. Die 5,5m Klasse ist eine Konstruktionsklasse,

die zu dritt gesegelt wird und von 1952-1968 olympisch war.

Jürgen begann mit zehn Jahren im Opti das Segeln am Goldkanal. Sein Vater ließ ihn alleine auf dem Goldkanal segeln, da die Mitglieder der Moboabteilung ihm bei Kenterungen halfen. Nach dem Prinzip „Learning by Doing“ begann er mit den Elementen Wind und Wasser zu spielen. Er beherrschte bald die Technik der Boote, das Haushalten mit seinen Kräften und später kam die Taktik in den Wettfahrten dazu. Schnell zeigte sich seine besondere Leidenschaft und Begabung fürs Segeln. Er reifte zu einem Spitzensegler heran, der zudem außerordentlich sympathisch ist. Jürgen Eiermann versteht es vorzüglich, sein Wissen und seine Erfahrungen an die segelnde Jugend weiterzugeben. Er trainiert beim RCR und für den Landes-Segler-Verband von Baden-Württemberg den Segelnachwuchs in den Bootsklassen Opti, Laser, Europe und Finn.

Der Ruder-Club Rastatt freut sich mit seinen erfolgreichen Mitgliedern und wünscht Ihnen noch viele schöne Erfolge und vor allem Spaß beim Rudern und Segeln.


Fotos: Ch. Etspüler Text: A. Deckers

Segeln

Nachruf auf Hans-Joachim Fritze

Leidenschaftlicher Segler und Surfer, Brückenbauer zwischen Verbänden und Nationen und nicht zuletzt ein feiner Mensch: Hans-Joachim Fritze prägte von 1993 bis 2001 als Präsident die Geschicke des Deutschen Segler-Verbandes. Nun ist „Hajo“, wie er in der Seglerwelt genannt wurde, im Alter von 89 Jahren gestorben.

Hajo Fritze begann seine ehrenamtliche Karriere mit einer Provokation: Es war Mitte der sechziger Jahre, er war Mitglied in einem großen norddeutschen Verein, und dort lag die Regattasegelei im Argen. Um auf diese Misere aufmerksam zu machen, stellte der Finn-Segler Fritze einen Antrag: Man möge doch bitte das „R“ für Regatta aus dem Vereinsnamen streichen – was natürlich abgelehnt wurde. Ob es an Fritzes Vorstoß lag, sei dahingestellt, doch heute gehört dieser Verein zu den sportlichen Aushängeschildern Deutschlands.

Ähnlich leichtfüßig brachte der Hamburger das Surfen auf die olympische Agenda. Seit 1976 saß er als Chairman für das „Board Sailing Comittee“ in Weltsegelverband, der damals noch IYRU hieß. 1980 dann die Chance, das Internationale Olympische Komitee von der neuen Disziplin zu überzeugen. Fritze und seine Kollegen nahmen „die alten Herrschaften“ im Handstreich für ihre Idee ein, und zwar „mit einem Film der Weltmeisterschaft der Windsurfer, in dem junge hübsche Menschen bei beschwingter Musik die neue Segelsportart vorführen.“ Das Votum für die neue olympische Disziplin Windsurfen fiel einstimmig aus.

Der hanseatische Kaufmann Hans-Joachim Fritze hat für den deutschen Segelsport viel erreicht. Die Liste seiner Ehrenämter ist lang und gipfelt in seiner Wahl zum DSV-Präsidenten 1993. Fritze löste Hans-Otto Schümann ab, der den Verband von 1985 an geführt hatte. „Es muss eine Freude sein, Mitglied im DSV zu sein“ – mit dieser Ambition trat Hans-Joachim Fritze sein Amt an. Damals war er 63 Jahre alt. Ein ganzes Berufsleben lag schon hinter ihm: Seine Tätigkeit in der Kakao- und Schokoladenbranche führte ihn unter anderem nach London, wo er als Mitarbeiter einer UNO-Organisation Diplomaten-Status hatte. Die Gewandtheit, die er sich auf internationalem Parkett erworben hatte, kam Fritze in seiner Rolle als Repräsentant der deutschen Segler zugute. Er knüpfte internationale Beziehungen, harmonisierte die Verhältnisse innerhalb des Verbandes und verbesserte die Bedingungen für den Leistungssport. In Hajo Fritzes Amtszeit von 1993 bis 2001 ersegelten vier deutsche Teams und Einzelsportlerinnen olympisches Edelmetall – unter anderem Surferin Amelie Lux, deren Sport erst durch seinen Einsatz olympisch wurde.

Der Vater von drei Söhnen verstand es mit seiner ruhigen, freundlichen und ehrlichen Art, Menschen für sich einzunehmen. Die älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Geschäftsstelle erinnern sich an ihn als einen „feinen Mann“, der bei jedem Besuch in der Gründgensstraße allen Mitarbeitern die Hand gab. Fritze war es auch, der zu seinem Amtsantritt sagte: „Es gibt zu wenig Platz für kreative Mitarbeit der Hauptamtlichen“, und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle aktiv in Prozesse einband.

Fritze, der lange Jahre Klassensekretär der Finn-Dinghys war, setzte auf den direkten Dialog mit Seglern und Vereinen. „Von dort sind immer gute Impulse und konstruktive Kritik gekommen“, sagte er in einem Interview. Aktiv warb der Kosmopolit für die Arbeit des DSV: „Jeder Verein braucht den DSV; jeder profitiert von seiner Arbeit“, sagte er vor 25 Jahren bei der Jubiläumsrede in einem Verein.

„Mit Hajo Fritze verliert die Segelwelt einen außergewöhnlichen Menschen“, sagte DSV-Präsidentin Mona Küppers. „Mit seinem Engagement, seiner Weitsicht und seinen hanseatischen Tugenden hat er den deutschen Segelsport entscheidend vorangebracht. Im Namen des gesamten DSV-Präsidiums verabschiede ich mich in tiefer Dankbarkeit von einem großen Hanseaten und Segler. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.“

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Dr. Germar Brockmeyer

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