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Kransaison 2020 – Rückblick auf ein außergewöhnliches Jahr


Kransaison 2020 – Rückblick auf ein außergewöhnliches Jahr



Welche Regelung gilt denn gerade?




–       Sportgelände gesperrt – Kranen nicht erlaubt – Wassersport nicht gestattet!

–       Sportgelände gesperrt – Kranen erlaubt – Wassersport nicht gestattet!

–       Sportgelände offen – Kranen erlaubt – Wassersport gestattet!

–       Sportgelände offen – Zufahrt abgesperrt!

–       Sportgelände offen – Zufahrt offen!

–       Sportgelände offen – Kranen erlaubt – Nur Individualsport erlaubt!

–       …

Sich überschlagende Regelungen waren die einzige Konstante in dieser Saison. Erst am 2.11 wurde der RCR erneut seitens der Ortspolizei komplett geschlossen – Kranen nicht erlaubt. Allerdings wurde die Regelung bereits nach einem halben Tag rückgängig gemacht. Seither konnte unter Beachtung aktualisierter Infektionsschutzmaßnahmen gekrant werden.

Rund 160 Boote liegen an den Steganlagen entlang des Goldkanals. Diese werden durch den Kranmeister des RCR Horst Bieringer im Frühjahr ein- und im Spätjahr wieder ausgekrant. Etwas mehr als die Hälfte der Bootseigentümer sind RCR Clubmitglieder. Segelboote sind in der Mehrheit, etwa 155 Boote. Die heiße Kranphase konzentriert sich auf April/Mai und Oktober. Alleine im Oktober wurden insgesamt 121 Boote ausgekrant.


Mit jeder neuen Regelung mussten neue Szenarien erarbeitet, Bootsbesitzer informiert, Krantermine neu vereinbart und auf dem Gelände die Einhaltung geltender Regelungen gewährleitet werden. Das war schon eine große Herausforderung für alle Bootsbesitzer am See und für die Beteiligten vom RCR.

Mit Engagement und Kundenorientierung war unser Kranmeister Horst Bieringer unterwegs. Dank seines hohen Einsatzes bei der Umsetzung der notwendigen Regelungen und zeitlicher Flexibilität bei Terminvergaben haben wir schöne Stunden auf dem See erleben können.

Ganz besonderen Dank sei Dir, Lieber Horst Bieringer vom RCR und stellvertretend von der gesamten Bootsgemeinschaft am Goldkanal für Deine tolle Unterstützung. Im Oktober wurden auch einige Verbesserungsbedarfe beim Ablauf offensichtlich. Wir bitten daher alle Krankunden um entsprechende Vorbereitung in der nächsten Saison:

–       Beim Mastlegen durch Kran Unterwanten und Ministage bereits demontieren (spart Zeit)

–       2 Führungsleinen (keine Festmacher) an den Bootskrampen montieren

–       Schutzfender auf der Backbordseite festmachen

–       Boot wird mit Bug nach Süden beim Kranplatz angelegt. Der Bug wird vom Kapitän dorthin gesteuert, wo der Kranmeister steht. Kranmeister legt das Boot an den Steg.

–       Kinder sind vom Kranvorgang fernzuhalten!

„Wie war die Saison für Euch?“ Auf meine Frage antworteten die Bootsbesitzer mit strahlenden Gesichtern. Durch die Reisebeschränkungen und Abstandsregeln waren alle glücklich über die Option eines Bootsausflugs in unserem Naturparadies vor der Haustüre. Mitten auf dem See ist die Einhaltung von Abstandsregeln kein Problem.

16.11.2020, Michael Westholt (RCR Segelwart)

29er IDJM 2020


Ruder-Club stellt deutschen Jugendmeister in der Segeljolle „29er“


Riko Rockenbauch setzt Siegeszug fort


Segelwart Westholt: „Sportrevier Goldkanal zeigt sich von der besten Seite.“

Rastatt/Elchesheim-Illingen(wo). „Wie für andere Vereine war diese Saison ab März zunächst für die Segelabteilung des Ruder-Club Rastatt (RCR) eine Zitterpartie. Aber trotz der Pandemie in unseren Aktivitäten auf dem Wasserrevier Goldkanal eingebremst, haben wir das Beste daraus gemacht“, weiß der Leiter der Segelabteilung des RCR, Michael Westholt, zu vermelden. Bei fünf abgesagten Regatten, darunter drei um Punkte für die deutsche Rangliste, war man aktiv und kreativ geblieben.


Dazu kommt, dass aktuell das Top-Segel-talent des RCR, Riko Rockenbauch, zusammen mit seinem Segelpartner Moritz Dorau (Segelverein Schluchsee) in der Zweihand-Jolle „29er“, eben deutscher Jugendmeister bei der Internationalen Meisterschaft in Glücksburg an der Ostsee geworden ist. Dabei ließ man im Feld der für das Meisterschaftsfinale 47 qualifizierten Teams, die wellenerprobten Küstensegler hinter sich. Internationaler Maßstab waren zwei 29er-Spitzen-Crews aus Malta, die sich knapp vor den Badenern auf Platz eins und zwei platzieren konnten.


Jedenfalls waren der RCR-Segler Riko Rockenbauch und Moritz Dorau klar bestes deutsches Team und damit „Deutscher Meister der 29er“. Ausgefahren wurden bei der Regatta zwölf Läufe mit einem Streichresultat. Es siegte die Konstanz von Dorau/ Rockenbauch mit keinem schlechteren Platz als fünf in den Läufen und einem Sieg vor dem Feld in Lauf zehn. Die Erfolgsgeschichte des für den RCR startenden Seglers Riko und seinem Partner hatte sich schon 2019 angedeutet. Vordere Platzierungen bei der Welt- und Europameisterschaft im 29er machten Hoffnung auf mehr. „Wir fühlen uns in der Talentförderung beim RCR bestätigt“, betont Michael Westholt, schließlich stellt der RCR mit Felix Vogt auch den amtierenden Jugend-Landesmeister im „Laser Radial“.


Wenn auch schließlich die Internationale Schneeglöckchenregatta (März), Osterregatta (April) und die Herbstwind-Regatta im September (mit erwarteten 90 Wettfahrtstartern) und zwei weitere aus organisatorischen Corona-Gründen abgesagt werden mussten, in der Segelabteilung blieb man aktiv. Westholt lobt das hohe ehrenamtliche Engagement im Verein unter anderem von Christoph Puls, Ralf Schönberger, Christian van Briel sowie Tine und Ralph Helbig und Gunnar Rothers, um Trainings-Regatten auf dem heimischen Revier Goldkanal durchzuführen.


Dazu Segelwart Westholt: „Abgesehen vom angebotenen Training für den RCR-Segelnachwuchs von engagierten jungen Trainern aus den eigenen Reihen, wurden die Läufe für alle Bootsklassen der Einhand- und Zweihandjollen bis hin zu Dickschiffen blendend angenommen!“ Neben der sportlichen Komponente wäre auch das gesellschaftliche Moment unter der Beachtung der Corona-Regeln nicht zu kurz gekommen. Über 40 Neuaufnahmen in der Segelabteilung des RCR sind dazu ein erfreuliches Moment. Insbesondere in der Opti-Trainingsgruppe der acht- bis 14-Jährigen mit den Trainern Daniel Uhl und Martin Kirchner hatten wir in diesem Jahr starken Zustrom. Das lässt für die Zukunft hoffen.“


Was den deutschen Jugendmeister im „29er“ Riko Rockenbauch und Partner betrifft, so ist abzuwarten, wie 2021 der geplante Umstieg in die olympische Bootsklasse des „49er“ gelingen wird.



Bild: Riko Rockenbauch vom RCR am Goldkanal und Moritz Dorau (Segelverein Schluchsee), Segelnummer 2875, erkämpften sich in zwölf Läufen den Titel eines deutschen Jugendmeisters in der „29er“-Jolle in Glücksburg an der Ostsee.

Foto: Deutscher Seglerverband – c.Ingvild Buchholz (Podestbild: Rockenbauch,links)

Rudern

Historischer Termin 1970

Vor 50 Jahren, Dienstag, 22. September

Gustav W. Heinemann auf dem Goldkanal

Mit dem Bundespräsidenten im Ruderboot / Sicherheitsbeamte begleiteten mit „Moby Dick“

Rastatt/Elchesheim-Illingen(rw). Wenn man Peter Hacker, den ehemaligen Hochbauamtsleiter der Stadt Rastatt, anspricht, da macht er den 22. September 1970, als er mit Bundespräsident Gustav W. Heinemann auf dem Goldkanal im Ruderboot saß, wieder lebendig. Der titulierte „Bürgerpräsident“ Heinemann war vor 25 Jahren nach Rastatt gekommen, um die Einrichtung einer „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte in der ehemaligen Barockresidenz zu sondieren.

Heinemann kam auf Rastatt als Dokumentationsstätte für die Geschichte demokratischer Bewegungen durch den Bruder seines Urgroßvaters Carl Walter. Der hatte im Rahmen der Kämpfe um die Durchsetzung der Reichsverfassung 1849 erst am Elberfelder Aufstand, dann an den Kämpfen in Baden teilgenommen und wurde verwundet. Dachdeckermeister Walter starb als Gefangener in den Rastatter Kasematten.

Bei seinem ersten Rastattbesuch 1970 übernachtete Bundespräsident Heinemann im seit 1983 nicht mehr vorhandenen Hotel „Zur Blume“ neben dem Rathaus. Bei einem Abendessen zu Ehren des Staatsoberhaupts war auch das passionierte Mitglied des Ruder-Clubs Rastatt (RCR), Bürgermeister Otto Ertel, zugegen. Der schwärmte vom damals neuen Ruderrevier der Rastatter am Goldkanal. Da erinnerte sich Gustav Heinemann an seine eigene Ruderei während der Studienzeit. Spontan wurde am nächsten Morgen ein Rudertermin vereinbart. Otto Ertel trommelte die Mannschaft zusammen und versorgte den Bundespräsidenten mit dem Vereinstrikot, Sportschuhen und einem Trainingsanzug aus seinem damaligen Sportgeschäft.

Im Morgendunst des Goldkanals brachte man den Riemenvierer „Gust’l Moritz“ auf das Wasser. Gesteuert wurde das Holzboot vom späteren Bürgermeister Bernd Wafzig und neben Otto Ertel gehörten der Textilkaufmann Hans-Jürgen Rexroth und Ruderwart Peter Hacker zur Mannschaft  mit Gustav Heinemann.

Schweißperlen hatten die begleitenden Sicherheitsleute auf der Stirn. Ein Aufatmen gab es, als man von RCR-Seite ein begleitendes Motorboot mit dem Namen „Moby Dick“ organisierte. „Die Tour war kurz, aber die Stimmung herzlich“, erinnert sich Peter Hacker. Er ließ es sich auch nicht nehmen, dass sich der Bundespräsident hinterher in das Fahrtenbuch eintrug.

Im Jahr 1974, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit, kam Gustav W. Heinemann wieder nach Rastatt. Bei einem offiziellen Festakt wurde die heutige „Bundesarchiv-Erinnerungsstätte“, eine Außen-stelle der staatlichen Einrichtung, eröffnet. Gustav Heinemann starb am 7. Juli 1976 und hinterließ ein Schmankerl, das in den Chroniken der Ruder-Club-Rastatt festgeschrieben wurde.


Bild: Vor 50 Jahren, am 22. September unternahm der damalige Bundespräsident Gustav W. Heinemann nach dem Treffen mit Bürgermeister Otto Ertel einen Rudertrip mit Hans-Jürgen Rexroth, Peter Hacker und Steuermann Bernd Wafzig auf dem Goldkanal.
Foto: Sammlung Wollenschneider

Rudern

Ruder-Versammlung 2020

Ruderabteilung des RCR zieht positive Bilanz

Isolde Orschulko zum vierten Mal Kilometermeisterin
Erbpachtvertrag des Ruderclubs wieder verlängert

Rastatt/Elchesheim-Illingen(RCR). Während die Mitglieder der Segelabteilung des Ruder-Club Rastatt (RCR) mit seinem Domizil am Goldkanal ihre Trainingswettfahrten optisch wirkungsvoll absolvierten, führten die Ruderer ihre Jahresversammlung durch. Man nahm dazu im Freien unter Beachtung der Abstandsregeln in selbst mitgebrachten Campingstühlen Platz. Ruderwart Matthias Koerwer und Sportratsmitglied Peter Sigmund gingen auf das Sportjahr 2020 und die Corona-Monate ein..

Isolde Orschulko wurde zum vierten Mal hintereinander für die größte erzielte Kilometerleistung von 3200 Kilometern der Clubmeister-Wanderpreis überreicht, gefolgt von Holger Dütsch (2182 km) und Reinhard Pfeuffer (2019 km). Insgesamt erfüllten 19 Mitglieder den vom Deutschen Ruderverband ausgeschriebenen Fahrtenwettbewerb. Was die Mitgliederentwicklung in der Ruderabteilung betrifft, so haben sich gerade die angebotenen Ruderkurse ausgezahlt. 17 Mitglieder sind hinzugekommen.

Dem trug man auch Rechnung, indem der Bootspark durch mehrere Bootsanschaffungen modernisiert wurde. Dazu soll als Krönung in diesem Jahr ein Achter hinzukommen. „Ich staune nur, wie in allen Altersstufen bei uns Aktivitäten auf dem Wasser stattfinden“, äußerte erfreut Matthias Koerwer. Mit Peter Sigmund (Koordination Material), Corina Klug-Kastner (Wanderrudern), Sabine Klomen (Veranstaltungen), Susanne Baudendistel (Mitglieder) und Simone Rau (Schriftführung) wurde der bisherige Sportrat einstimmig unter der Führung von Ruderwart Koerwer bestätigt.

Der Vorsitzende des RCR, Uli Jung, zeigte sich erfreut über das Clubleben in allen drei Abteilungen. Die Jahreshauptversammlung 2020 fällt aus, u. a. da der Verein derzeit über 550 Mitglieder habe und eine solch große Veranstaltung unter aktuellen Corona-Einschränkungen nicht durchführbar ist. Erfreulich auch, dass der auf 66 Jahre laufende Erbpachtvertrag mit der Gemeinde Elchesheim-Illingen verlängert werden konnte. „Unser Stellenwert am Goldkanal wird von den Gemeinden anerkannt und unser Gelände bestätigt“, fügte Uli Jung an.

Bild: Anlässlich der Openair-Ruderversammlung beim Ruder-Club Rastatt wurde im Rahmen zahlreicher Ehrungen Isolde Orschulko (Bildmitte mit Adler) für 3200 Ruderkilometer 2019 der Clubmeister-Wanderpreis überreicht.

Bild: Als Openair-Veranstaltung fand die Jahresversammlung der Ruderer des RCR am Goldkanal statt. Foto: RCR

Rudern

Loreley Wanderrudertour

Loreley Wanderrudertour   

04. September 2020

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Voraussetzung für eine Loreley Wanderfahrt ist die Textsicherheit beim Loreley Lied. Ruderkönnen wird für diese anspruchsvolle Tour ohnehin vorausgesetzt. Wir sind eigentlich gar nicht traurig als wir um 9:30 Uhr pünktlich das Boot vom Steg in Ingelheim abstoßen. Nur Ralph ist ein bisschen traurig, er nimmt den säumigen Zahler dennoch mit.(*)  Der Boots- und teilweisen Landdienstbesatzung ist eher eine gewisse Anspannung anzumerken, was da im Laufe des Tages noch auf sie zukommen wird. Erste Rast in Bacharach am Bootshaus des örtlichen Rudervereins. Bis hierher hat dank minutiöser Detailplanung alles geklappt – auch die Sonne scheint.

Die Luft ist kühl und es dunkelt
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein

Mit dieser Erwartung stoßen wir in Richtung Abenteuer in Bacharach ab. Corina und Sabine übernehmen den Landdienst und werden die nächste Etappe Reporter sein. Die Rudermannschaft fädelt sich durch berg- und talfahrende Schiffe durch ein immer schneller strömendes Gewässer. Schroffe Felsen säumen den Fluss. Boppard ist das Ziel.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar,
Sie kämmt es mit goldenem Kamme,
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Wir treiben neben der Loreley im ruhig fließenden Wasser und haben Glück, dass uns kein Schiff bedrängt. So können wir den Anblick genießen.

Der Schiffer im kleinen Schiffe,
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh‘.

Unter starken Schlägen wird das Lied viel mehr text- als melodiesicher geschmettert. Aber laut sind wir! Unser Steuermann Ralph hat das Fahrwasser gut im Griff.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
An Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit Ihrem Singen,
Die Loreley getan.

Okay, die Loreley ist altersmilde und lässt uns am Leben. Wir werden mit spektakulären Anblicken in der Abendsonne verwöhnt. Beim netten Empfang beim Ruderclub in Boppard wartet schon kühles Weizenbier und eine Runde Rollsitzenthärter von Norbert. Wir haben es uns verdient. 51 Rheinkilometer haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Boot und Mannschaft sind wohlauf.

Samstag, 05. September 2020

72 Rheinkilometer stehen uns heute bevor. Sabine steuert die erste Etappe und bringt uns gut zur Rudergemeinschaft Lahnstein. Dort wechselt die Mannschaft und wird auf der nächsten Etappe das deutsche Eck in Koblenz passieren. Passanten filmen die eingespielte Mannschaft. Danach wird das Wetter rauer.

Alle sind froh als sie endlich beim GTRVN in Neuwied ankommen. Dort warten Matthias und Johannes schon mit einem Mittagspicknick und Michael ist auch schon da. Michael vom Ruderclub Neuwied empfängt uns in seinem Heimatrevier – eine nette Geste. Er ist an dieser Tour auch nicht ganz unbeteiligt. Er hat uns in diesem Jahr am Goldkanal besucht und Ralph wichtige Hinweise zu jedem Kieselstein und jeder Welle auf unserer Tour gegeben. Und er hat das gut gemacht. Vielleicht hat die Loreley aus diesem Grund keine Chance uns ins Verderben zu führen?

Die Ruderer aus Neuwied müssen, wenn sie rudern wollen über den Deich. Gefühlt 100 Stufen nach oben und dann wieder 100 Stufen nach unten. Wie gut haben wir es am Goldkanal!
Kurz danach ist unsere Fahrt aber fast zu Ende. Eine Wespe in einer Bierflasche will in Norberts Magen und richtet auf dem Weg dorthin Unheil an. Die Sache geht jedoch zum Glück gut aus.

Die Restroute von 33 Kilometern bis Bad Honnef kann in Angriff genommen werden. Grauer Himmel, starker Gegenwind und stark bewegtes Wasser. Es gibt schönere Bedingungen. Doch auch diese Prüfung meistern wir – nicht zuletzt dank unserer Rheinaue. Das Wetter wird besser und der Wind lässt nach. Und dann wäre da noch Remagen zu erwähnen. Remagen ist die Stadt mit der Brücke. Also mit der Brücke in Remagen. Die heißt Ludendorff Brücke und ist eigentlich gar nicht mehr da. Deshalb können wir auch nicht unter ihr hindurchfahren. (*)
Die Etappe ist lang und die Mannschaft bettelt um eine Pause. Steuerfrau Corina ist aber unerbittlich und treibt uns bis zum Ziel. 17:30 Uhr pünktliches Anlegen in Bad Honnef. Nettes Städtchen, Abendessen beim Italiener – alles gut!

(*) Wer das nicht versteht, soll sich nicht grämen. Die Mannschaft versteht’s und ihr könnt ja nachfragen

Sonntag, 06. September 2020

7:00 Uhr Frühstück im Kühlraum des Hotels. Das soll uns auf die erste Etappe vorbereiten. (Draußen hat es gerade mal 8°C.) Diese soll uns zum schwimmenden Bootshaus in Mondorf bringen. Auf dem Weg dorthin wird unser Bugmann Ralph von einer Welle übermannt. Großes Gejammer – er soll sich nicht so haben! Das Bootshaus in Mondorf ist etwas Besonderes. Früher war es eine Autofähre – heute werden Ruderboote dort gelagert. Sehenswert!

Weiter nach Mannschaftswechsel bis Porz, um uns dort für die letzte Etappe nach Köln mit einem guten Mittagessen zu wappnen. Alles vor und los – zur letzten Etappe, die noch ein besonderes Highlight bereithält. Wir arbeiten uns durch das bewegte Wasser an der Innenstadt von Köln vorbei.

Ungewohnte Ausblicke auf Stadt und Dom fesseln uns. Steuermann Ralph hat Glück. Kein Zug überquert die zahlreichen Brücken während der Durchfahrt.

Ein würdiger Abschluss einer denkwürdigen und ereignisreichen Wanderrudertour. Dank an Corina und Ralph für die minutiöse Ausarbeitung der Tour und der permanenten Unterhaltung der gesamten Mannschaft!
Dank an unsere Rheinaue, die einiges mit uns aushalten musste und uns sicher zum Ziel brachte. Dank an unsere Steuerfrauen und –männer, Sabine, Corina, Ralph, Norbert und Matthias, die nicht in die Höhe sondern auf die Klippen schauten.
Dank an die Rettungssanitäter, die dafür sorgten, dass die Rudermannschaft komplett blieb. Dank an alle Rudervereine, die uns Ihre Steganlagen zur Verfügung stellten. Dank an Stephan der An-und Abfahrt zum Ruderrevier übernommen hat, unermüdlich im Maschinenraum gearbeitet hat und uns wie üblich mit Sprüchen und Lebensweisheiten versorgte. Dank an die tolle Landschaft und den Rhein, dass es sie gibt und uns ein tolles Rudererlebnis möglich machten.

Und was haben wir gelernt:
Heute stirbt keiner mehr beim Schiffen, nur weil eine Blondine sich die Haare kämmt!

Wisst ihr übrigens noch, wo sich die Ludendorff Brücke befindet?

Text und Bild: J. Decker