Blog

Ralphs Projekt „Der RCR berudert den Rhein von km 0-860 (deutsch-niederländische Grenze)“

Drei-Bundesländer-Fahrt vom RCR bis Ingelheim (Rheinkilometer 347-519)

30.07.01.08.2022

 

Tag 1: RCR‒Speyer (Rheinkilometer 347‒401)

08:00 Uhr, Samstagmorgen, bestes Wetter, 15 gut gelaunte RCR-Ruderinnen und -Ruderer und willkommen geheißene Gäste (Eva und Susanne) von der RGM (Rudergesellschaft München 1972), ein Bootshaus, drei 4x+ Gig-Wanderruderboote, eine Pritsche, ein See und der Rhein in fast sichtbarer Reichweite … beste Voraussetzung für den Start einer Wanderfahrt! Und als wenn dies nicht schon genug wäre: In weiser Voraussicht hatte ein kleines Team um Fahrtenleiter (FL) Ralph bereits ein Bus-Bootshänger-Gespann und einen PKW an unser Ziel in Ingelheim verbracht, so dass kein Landdienst notwendig war und mit Gepäck im Boot gewanderrudert werden konnte … großes Kino!

Nach der Begrüßung und letztem Briefing unseres, wie immer, bestens vorbereiteten Fahrtenleiter Ralph werden die Ruderwütigen von der Leine gelassen und in emsigem Treiben gehen die Boote nebst notwendigem Equipment und Gepäck aufs Wasser. Startschuss: 08:45 Uhr!

Was ist unser heutiger Plan? Wir rudern auf uns wohlbekannten Pfaden am Goldkanal auf „unseren“ schönen Rhein, passieren Karlsruhe und Germersheim und landen als Tagesziel am Rhein-Bootshaus der Rudergesellschaft (RG) Speyer, wo die Boote auf dem Gelände der RG über Nacht bestens gelagert werden können. Soweit die Kurzfassung … jedoch gibt es selbstverständlich mehr zu berichten.

Nach dem Ablegen am RCR und der Passage über den Goldkanal ergibt sich auf dem Rhein dann der Blick auf die aktuelle Wasserstands-Situation: mächtig wenig Wasser im Bett ‒ wir werden uns die kommenden drei Tage die Fahrrinne also mit den Großschiffen teilen müssen ‒ und unsere Boote sollten die Nähe zu den tückischen Buhnen, wo immer möglich, meiden.

Eine weiteres Muss bei unseren anstehenden Etappen (60+ km) und vom FL berechtigt und eindringlich darauf hingewiesen: regelmäßige Steuermannwechsel … was über die komplette Wanderfahrt zum möglichst kräfteschonenden Rudern aller hervorragend umgesetzt wurde.

Und so geht es vom Goldkanal an Karlsruhe vorbei (allgemeiner Steuermannswechsel Höhe Wörth), immer fein innerhalb der Fahrrinne dahin, was so lange gut geht, bis eine heimtückische ‚Pfälzer‘-Buhne unseren ‚Herbert Weisenburger‘ aus heiterem Himmel anfällt! Die offensichtlich misslaunige Buhne schiebt sich so geschickt unter das Boot, dass die komplette Mannschaft in konzentriert-ruhiger Manier aus dem Boot aussteigt und erst, nachdem Boot und Mannschaft zu Fuß in ruhiges Wasser verbracht werden konnten, die Fahrt wieder aufgenommen wird. Eine kleine Schrecksekunde, aber auch nicht mehr (unser heimischer ‚Bootspfleger‘ Thomas wird direkt verständigt, dass eine kleinere (?) Reparatur auf ihn zukommen wird 😊).

Nach halber Tages-Gesamtstrecke kurz nach der Fähre Leimersheim geht es in den in Fahrtrichtung rechten Altrhein zur versteckten Naturschutz-Insel Rott … wo wir die Boote im ‚Schmodder‘ am Fuße der Rott zum fröhlichen Mittagessen bei Fischsuppe, Fisch, Salat und passenden Getränken im gleichnamigen „Restaurant Insel Rott am Rhein“ parken. Nach der kräfteschöpfenden Pause geht´s entsprechend dem Restaurant-Motto “Es reicht nicht, wenn der Gast zufrieden ist, er muss beflügelt gehen." zurück in die Boote um die Rest-Tagesetappe energiestrotzend aufzunehmen. Bei mäßigem Schiffsverkehr ist die Fahrt nach Speyer dann sehr entspannt und so laufen wir gegen 16:30 Uhr bei der RG Speyer ein. Boote aus dem Wasser, gut gelagert (Jan checkte mit kundigem Auge das Buhnen-Boot und gab grünes Licht für die Weiterfahrt) und schon geht es mit dem Gepäck auf dem Buckel entlang der Speyerer Flaniermeile am Rhein in die schicke, weil modernisierte Jugendherberge. Kein Wunder, dass man mehr oder weniger schnell in der JuHe ankommt ‒ die auf der Promenade bestehenden Getränke-Angebote sind schwer auszuschlagen … es war aber auch ein heißer Tag! Zum Abendessen treffen wir uns im ‚Alten Hammer‘ an einer langen RCR/RGM-Freiluft-Tafel direkt am Rhein ‒ herrlich! Und der „Hammer“ darf uns zeigen wo selbiger hängt bzw. was die Pfälzer Küchen- und Getränkelandschaft so alles drauf hat. Lecker! Zufrieden und vom heutigen Tag körperlich durchbewegt war ein guter Schlaf in der JuHe vorherzusehen.

 

Tag 2: Speyer-Gernsheim (Rheinkilometer 401-461)

Bereits um 7:30 Uhr freut man sich beim gemeinsamen JuHe-Frühstück auf das, was der Tag auf dem Rhein an Eindrücken und Überraschungen wohl bieten wird. Mit Sack und Pack zurückmarschiert zu unseren Booten an der RG Speyer geht es nach des Fahrtenleiters gewünschten Mannschaftzusammensetzungen um 9:00 Uhr aufs Wasser.

Bei zunächst bedecktem Himmel kann die Ruderboot-Armada unter sehr guten Bedingungen weiter Richtung Norden ziehen … im Nachhinein wissend, dass es im Laufe des Tages ordentlich sonnig-warm wurde.

Den Ketscher Altrhein lassen wir ‒ uns warmrudernd ‒ in Fahrtrichtung rechts, den Otterstädter Altrhein links liegen, erreichen das Mannheimer Gebiet am Rheinstrandbad, rudern entlang der großen Reißinsel (100 ha großes Naturschutzgebiet, Anlande-Verbot!) und erreichen zur kleinen Wasserpause auf Höhe des Mundenheimer Hafens die Alte Pegeluhr: ein hübscher Anblick bei einem kleinen Rollsitz-Snack.

Frisch gestärkt nähern wir uns DER Passage dieser Wanderfahrt, die im Allgemeinen mit der kleinen Warnung „anspruchsvoll“ versehen wird und bei Ralphs Frühstücks-Tagesbriefing bereits Thema war. „Warschau! Steuerleute und Ruderer“ … im Ludwigshafener/Mannheimer Stadtgebiet zwischen den beiden großen Stadt-Brücken können aus der Kombination von Schiffsverkehr und Spundwänden unangenehme Kreuzwellen entstehen, die ebenso unangenehm zu steuern und zu rudern sind. Gut auf das, was da nun kommen mag, eingestellt … passierte … nichts! Wir ruderten ohne Problem durch die Passage … Glück gehabt.

Dem Stadtgebiet folgend schließt sich das Ludwigshafener Industriemonster BASF an: beeindruckend ob der unglaublichen räumlichen Ausmaße ‒ eingeschränkt beeindruckend ob der baulichen Ästhetik (in Zahlen: 2000 Gebäude auf einer Fläche von mehr als 10 km², das größte zusammenhängende Chemieareal der Welt).

Nun heißt es abermals für den Steuermann Obacht geben: Es geht demnächst rechts ab in den Friesenheimer Altrhein, wo auf der Friesenheimer Insel im Garten des Restaurant DEHUS ein großer Tisch reserviert ist. Die Sonne scheint … die einen lieben die Sonne, andere bevorzugen etwas Schatten … also wurde der DEHUSSCHE Garten bezüglich seines Gartenmobiliars flugs den Anforderungen der einfallenden RCR/RGM Schar angepasst. Dies alles unter den wohlwollenden Augen des Patrons, der in Personalunion ebenso als Fährmann die neben dem Restaurant liegende Fähre über den Altrhein bespielt. Ein engagierter Gastgeber mit lustig-lockerer Zunge, der leider demnächst seine Restaurant-Pforten schließen wird. Sehr schade für seine Gäste!

Die Bäuche voll Salat, Fisch, Schnitzel, Eisbecher (jedoch frei von Eiskaffee!!!) pfeift „Reiseleiter“ Ralph zum Aufbruch … und ebenso etwas umständlich wie das Anlanden neben dem Fähranleger geht es nun auch wieder aufs Wasser und retour auf den Rhein.

Wir ziehen am Lampertheimer Altrhein vorbei … Worms in Sicht … Worms vorbei … bis uns kurz vor dem Maulbeerauer Altrhein nach einer Badepause ist. Ein Boot ist schon da, wir stoßen im strömungsfreien Uferbereich dazu, das dritte Boot folgt wenige Minuten später. Rhein-Badespaß in seichtem, überhaupt nicht kaltem Wasser … unglaublich, diese Möglichkeit gibt´s nur in solch´ wasserarmen Zeiten wie aktuell.

Erfrischt geht es in Richtung unseres heutigen Ziels. Ob der unklaren und zeitkritischen Anlandung am belebten Fähranleger Gernsheim direkt an unserer Unterkunft RHEINGOLD wird sich kurz vor dem Ziel auf dem Wasser gesammelt, diskutiert und Ralph entscheidet sich für das Anladen und Lagern der Boote am gegenüberliegenden großzügigen Rheinstrand. Gesagt, getan ‒ und mit der Fähre über den Rhein zum RHEINGOLD.

Zimmerschlüssel, Bezug, Pflege … und dann treffen wir uns an einer langen Tafel vor dem RHEINGOLD mit prachtvollem Blick auf „unseren“ Rhein. Heute haben wir mächtig Spaß mit unseren Servicekräften … zuerst heute Mittag im DEHUS und nun mit einem jungen, schlagfertigen Kollegen, für jeden Flachs zu haben und flink den Großteil der Hungrigen mit der regional-berühmten „Frankfurter Grie Soß“ versorgte. Auch hier wiederum hatte die „Reiseleitung“ ein sehr gutes Händchen mit der Gastronomie und Unterkunft. Ein schöner Abend, der beim Blick über das Wasser an die „alten Germanen“ erinnert:

Es saßen die alten Germanen
Zu beiden Ufern des Rheins :/
|: Sie saßen auf Bärenhäuten
Und tranken immer noch eins :/
Refrain:
Und eins und zwei und drei und vier,
Sie soffen unheimlich viel Lagen Bier
Und fünf und sechs und sieben und acht,
Sie soffen die ganze Nacht.

Ganz so war es dann doch nicht … gute Nacht!

Tag 3: Gernsheim-Ingelheim (Rheinkilometer 461-519)

Wanderruder-Routine: gemeinsames Frühstück um 07:00 Uhr (autsch!), auschecken, im Tross die Fähre erreichen, übersetzen, Boote zu Wasser, Gepäck verstauen. „Steigt ein!“ um 08:30 Uhr.

Über mangelnden Schiffsverkehr können wir uns heute nicht beklagen … ordentlich Pötte unterwegs … hintereinander, nebeneinander … und unsere Steuerleute mittenmang. Spannend, aber mit wachem Auge kein Problem für die in Fahrtrichtung Sehenden an den Steuerseilen.

Vorbei an Oppenheim und Nierstein kündigt sich gleich hinter Ginsheim-Gustavsburg das schöne Mainz an. Zunächst passieren wir den Mainzer Ruder-Verein von 1878 und Ruder-Olympiastützpunkt mit imposant vielen Bootshaus-Rolltoren. Gegenüberliegend fließt der Main in den Rhein, weniger imposant als gedacht. Anschließend die Altstadt: Hinter der Rheingoldhalle am Ufer und dem in den 70er Jahren (und definitiv danach aussehenden) erbauten Rathaus versteckt sich halb geduckt der eigentlich wunderschöne Mainzer Dom. Und schon verlassen wir das Mainzer Stadtgebiet dem Rhein folgend durch Mainzer Neubau- und Industriegebiete und landen, wie geplant, in Mainz-Mombach an der Pritsche der Mainzer Ruder-Gesellschaft 1898 (MRG) und werden dort aufs Herzlichste von Ruderwart Breitensport der MRG, Jürgen Werner, mit Getränken aller Art und einem Vesper-Buffet vom Feinsten versorgt. Einen Riesendank an Jürgen und die MRG für Ihre überragende Gastfreundlichkeit!

Zurück auf dem Wasser rudern wir vorbei an Schierstein und staunen wenige Kilometer weiter nicht wenig über die mondänen Wohneinheiten (Villen) entlang der Rosenstadt Eltville am Rhein. Von diesen Eindrücken geblendet fährt ein Boot an der Mariannenaue rechter Hand, der Rest nach des Fahrtenleiters Wahrsager links … die Fahrwasser führen jedoch zum Glück vor Ingelheim wieder zusammen. Unser Ziel ist erreicht: Ruderverein Ingelheim 1920. Glücklich, die wunderschöne Wanderfahrt ohne Hindernisse gemeistert zu haben, bringen wir alle Boote aus dem Wasser und bemerken auch hier, wie an vielen anderen Rudervereinen, wie wir die tollen Möglichkeiten und kurzen Wege bei uns zuhause am RCR schätzen.

Was nun folgt ist die „Kür“ des Wanderruderns: Abriggern, Boots- und Gepäckverladung und das Beste zum Schluss: Norberts gefürchteter „Rollsitz-Enthärter“…ein Muss, sonst ist die ganze Wanderfahrt nichts gewesen. Und nun „Mannschaft in die Autos!“ … halt, Susanne erscheint mit Brezeln, süßen Teilchen und Eis für alle … um ebendiesen die Rückfahrt zu versüßen bzw. zu versalzen. Prima Sache, Susanne, vielen lieben Dank!

Von der Rückfahrt gibt es (zum Glück) nichts zu berichten (allgemeine Seligkeit ob der letzten drei Tage). Alles lief glatt und so konnte man sich, zurück am RCR, bienengleich ans Abladen der Boote, das Aufriggern, die Bootspflege und das Verbringen in die Lager machen.

Tataaaa, alles geschafft … was fehlt? Ein revuepassierendes Abschlusswort unseres Fahrtenleiters Ralph, dem ein abschließender Applaus sicher ist.

Erwähnt werden darf und muss eine großzügige Geldspende unserer zwei Damen der RGM und die spontane Übernahme einer nicht kleinen Getränkerechnung durch unseren Harald! Ein Hoch den Spendern!

Lieber Ralph, es war eine wunder-, wunderschöne Wanderfahrt:  perfekt vorbereitet, kommuniziert und durchgeführt. Wir hoffen und sind uns sicher, dass diese Fahrt eine Anknüpfung an weitere zukünftige Rhein-Wanderfahrten erfährt ‒ Du hast da sicher schon eine Idee im Kopf 😊

Fecit,
Peter

Fotos: Alle Teilnehmer

 

49er Junioren Weltmeisterschaft 2022

49er Junioren Weltmeisterschaft 2022

Vom 2. bis zum 7. August fand die Junioren Weltmeisterschaft im 49er, 49erFX und Nacra17 in Gravedona im Norden des Comersee’s statt. Unsere erste Junioren WM im 49er nachdem wir 2021 im 49erFX bei der JWM in Gddnia an den Start gegangen waren. Zur Vorbereitung auf das Event trainierten wir am Olympiastützpunkt in Kiel. Dort hatten wir neben den Trainingseinheiten auf dem Wasser auch optimale Bedingungen um an unserem Boot zu arbeiten, da man durch die ständige Abnutzung immer wieder Teile am Boot austauschen muss. Am 24.7 ging es für uns mit dem Zug von Kiel nach Freiburg um am 26.7 mit dem Auto weiter an den Comersee zu fahren. Die Junioren Weltmeisterschaft war unser Highlight und wichtigster Wettkampf der gesamten Saison. Neben den 68 Booten im 49er gingen im 49erFX (Frauenboot) 52 Boote und im Nacra17 (mixed Katamaran) 20 Boote an den Start. Sowohl die 49er als auch die 49erFX wurden in 2 Gruppen aufgeteilt um nicht zu viele Boote auf einem Kurs segeln zu lassen. Da im Nacra17 nur 20 Boote starteten konnte das gesamte Feld auf einem Kurs segeln. Neben den Favoriten Staiul/Sztorch (amtierende U23 Weltmeister) war mit Teams aus Brasilien, Argentinien, Kanada, USA, Japan, Neuseeland und Australien auch die gesamte Weltspitze am Start. Unsere unmittelbare Wettkampf-Vorbereitung ging vom 28. Juli bis zum 1. August. Während dessen hatten wir sehr abwechslungsreiche Segelbedingungen, was uns viel dabei geholfen hat um den See bestmöglich kennenzulernen. Gut vorbereitet und akklimatisiert konnten das Event also starten.

Der erste Tag lief für uns mit den Platzierungen 20,17,8 bei stabilem Südwind nicht wie erhofft, da wir nur im dritten Rennen des Tages unsere Leistung abrufen konnten. In den ersten beiden Rennen ließen wir uns in stressigen Situationen zu leicht aus der Ruhe bringen um vorne mitsegeln zu können. Nachdem wir am ersten Tag auf Kurs A segelten. Durften wir am zweiten Tag Kurs B kennenlernen. Dort war der Wind etwas drehiger und das System schwierig zu erkennen. Trotz unserer Fehleranalyse des ersten Tages und einem Briefing von unseren Teamkollegen über Kurs B lief der 2. Wettfahrttag schlechter als der erste. Mit den Plätzen 14,24,16 vielen wir in der Gesamtwertung vorerst einige Plätze zurück. In den letzten Qualifying Tag gingen wir mit der Motivation unsere technischen, taktischen und strategischen Fehler, welche wir in den vorigen Tagen gemacht hatten komplett abzuschalten. Dann würde das Ziel in die Goldfleet zu kommen schon erfüllt werden. Und genau so kam es. Top konzentriert auf den Wind und die Gegner ersegelten wir bei etwa 16 Knoten Südwind die Plätze 7. Und 11.

Am 7.8 ging es für uns dann in der Gold Fleet weiter. Nach einem 15. Und einem 16. Platz in den Finalrennen 1. Und 2. ließ unsere Konzentration nach einem vermasselten Start im letzten Rennen des Tages enorm nach und so wurden wir in diesem Rennen leider nur 31. Am letzten Tag segelten wir bei etwa 17 Knoten nachdem wir etwas später als geplant die Rennen starteten. Mit den Platzierungen 16,20 konnten wir am letzten Tag noch zwei Solide Ergebnisse einbringen. Nach 13 Rennen und 5 Tagen Regatta landeten wir im Gesamtranking auf Platz 28. Und in der U20 Wertung auf Platz 3. Ein Ergebnis mit dem man zufrieden sein kann uns aber auch gezeigt hat, dass immernoch einiges an Arbeit zu erledigen ist um in die Spitze der Welt zu kommen. Von den 8 deutschen Teams die an den Start gingen waren Müller/ Fiebig auf Platz 16. bestes deutsches Team gefolgt von uns vor Heindl/Kauffhold. Die U23 Weltmeisterschaft gewann der Favorit aus Polen Mikolaj Staniul vor dem Australier Jack Ferguson.

Vom Urlaub erholt und Top motiviert geht es für uns Mitte September dann in Kiel weiter mit den nächsten Trainings.

Sportliche Grüße
Moritz & Riko

Vize-Europameisterin 2022

Europe-Seglerin Pilar Hernandez Mesa wird Master-Vize-Europameisterin der Damen

Sportlerin des Jahres unterstrich ihre Klasse

Rastatt/Röbeln(Müritz)
Die zweimalige Sportlerin des Jahres von der Segelabteilung des Ruder-Club Rastatt (RCR), Pilar Hernandez Mesa, hat erneut ihre Klasse im Einhandsegelboot unterstrichen. Bei der Europameisterschaft der Segelklasse „Europe“ wurde die gebürtige Spanierin Pilar Master-Vize-Europameisterin bei den Damen.
Ausgetragen wurden die einwöchigen Regatten zur Europameisterschaft der „Europe“ auf dem Müritz-Segelrevier nördlich Berlins. Pilar Mesa hatte an Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen und wurde in der Master-Klasse (über 30 Jahre), schon deutsche Meisterin. Sechs Regattaläufe mit extrem unterschiedlichen äußeren Bedingungen auf der Müritz waren aktuell angesagt.
Drehende Winde mit Böen bis 30 Knoten im Finale gehörten zu den extremen äußeren Bedingungen. Es zeichnete sich rasch ein Kopf-an-Kopf-Rennen der schließlich 63 Gewerteten aus einem Dutzend Nationen ab. In der Schlussabrechnung war in der Damenwertung Tania Tammling vom „Sail-Lollipop Regatta Verein Hooksiel“ der Sieg nicht zu nehmen. Aber schließlich waren es zwei finale starke Wettfahrten von Pilar Hernandez Mesa, die ihr die Master-Vize-Europameisterschaft bei den Damen sicherten.
Pilar stammt aus Gran Canaria und stieg mit 12 Jahren ins Einsteiger-Optimist-Segelboot ein. Sie war dann Mitglied der spanischen Nationalmannschaft in der „Europe“. „Der Werdegang von Pilar Mesa zeigt, wie Sport Menschen und Nationen verbinden kann“, hatte der Rastatter Bürgermeister Arne Pfirrmann bei der Sportlerehrung 2018 angemerkt.

Sommerfest 2022

Sommerfest beim Ruder-Club Rastatt„Pitt“ und „Erste“ erweitern Bootspark

Boulesbahn und Freizeitschaukel eingeweiht

Rastatt/Elchesheim-Illingen(-). Einen eindrucksvollen Beleg für das Zusammenwirken der Motorboot-, Segel- und Ruderabteilung des Ruder-Club Rastatt (RCR), lieferte das veranstaltete Sommerfest. Zwei Bootstaufen, die Einweihung einer Boulesbahn und einer Schaukel sind auch ein Beleg dafür, wie gefächert der RCR am Goldkanal einen Service für seine Mitglieder parat hat.

RCR-Vorsitzender Uli Jung dankte bei der Eröffnung des Sommerevents den vielen Helfern: „Wir sind nicht ein strenger Sportverein, sondern haben auch ein schönes Gelände, um es mit Familie und Freunden verwenden zu können.“ Gartenmöbel, Bänke, eine Boulesbahn und Schaukel tragen dazu bei.

Während der auf den Namen „PITT“ getaufte Aluminium-Nachen ein Spaßboot für die ganze Familie darstellt, ist die moderne Feva-Jolle ein Sportgerät für zwei Kinder oder Jugendliche. Das auf den Namen „Erste“ getaufte Segelboot „Feva“ ist als Klasse international anerkannt und das weltweit meist gesegelte Zweihandboot für Kinder und Jugendliche.

Nach einem eindrucksvollen Gemeinschaftsfoto mit Mitgliedern der drei Abteilungen, sorgte das Trio „La Rosée“ für Stimmung. Die Clubmeisterschaften mit über 30 Startern gemeinsam mit der Segelkameradschaft Pforzheim rundeten das abwechslungsreiche RCR-Programm ab.

Bild: Mit zwei Bootstaufen und der Einweihung von Freizeiteinrichtungen beging der Ruder-Club Rastatt mit seinen drei Abteilungen sein Sommerfest.

Foto: R. Wollenschneider

 

49er Europameisterschaft 2022

49er Europameisterschaft 2022

 

Vom 5. bis zum 10. Juli fand die Europameisterschaft im 49er, 49erFX und Nacra17 in Aarhus (Dänemark) statt. Unsere erste internationale Senioren-Meisterschaft im 49er.

Im Vorhinein hatten wir einige Tage Zeit, uns am Olympiastützpunkt in Kiel entsprechend vorzubereiten. Zwischen den Trainingseinheiten auf dem Wasser sind wir sehr viel am Arbeiten an unserem Boot. Man sagt, man braucht fast die gleiche Zeit, die man auf dem Wasser trainiert auch an Land, um sein Boot zu optimieren, weil ständig wieder Sachen kaputt gehen oder abgenutzt sind, die man reparieren oder austauschen muss.

Unsere Kader-Gruppe war leider stark dezimiert, weil sich während der Kieler Woche, die einige Tage zuvor stattgefunden hat, einige Segler mit Corona infiziert haben.

Am 30.06 ging es dann also für uns nach Aarhus. Den Hafen kannten wir schon, da wir letztes Jahr schon einmal zum SailGP anschauen vor Ort waren. Die Europameisterschaft war mit dem WorldCup auf Palma de Mallorca (April 2022) und dem WorldCup in Almere (Mai 2022) unser bisher größtes Event im 49er. Neben den 90 Booten im 49er gingen im 49erFX (Frauenboot) 70 Boote und im Nacra17 (mixed Katamaran) 30 Boote an den Start. Um nicht zu viele Boote auf einem Kurs zu haben, wurden die 49er auf drei Gruppen mit je 30 Booten aufgeteilt, wobei jede Gruppe einen eigenen Kurs zugeteilt bekam. Da aber mit den Nacras und den 49erFX drei weitere Gruppen entstanden, segelten die 49erFX/Nacras an dem einen Tag am Vormittag und die 49er am Nachmittag. Am nächsten Tag dann genau umgekehrt.

Nach ein paar Tagen Vortraining startete dann am 5.7. die 49er Europameisterschaft.

Der erste Tag lief für uns mit den Platzierungen 17,22,23 bei wechselndem Wind im Bereich von 10-20 Knoten ernüchternd. Uns wurde nochmal sehr klar, dass wir nicht mehr im Junioren Feld, sondern im Senioren Feld segeln. Viele der Teilnehmer gehören zur absoluten Weltspitze und segeln bei SailGP mit oder haben schon bei Olympia teilgenommen. Es wird viel Arbeit werden, bis wir hier vorne mitsegeln können …

Am zweiten Tag hatten wir es bei 14-22 Knoten und erneut ablandigem Wind nicht einfacher. Nach einem 26. Platz im ersten Rennen hatten wir im zweiten Rennen leider einen Frühstart, bei welchem wir zwischenzeitig weit vorne lagen und wirklich mit den Top Leuten mitsegeln konnten. Unglücklicher Weise verletzte sich Moritz (Steuermann) auf dem zweiten Vorwindkurs ein bisschen am Bein, als ich hinten aus dem Boot rausflog. Unsere Fußschlaufe ging bei der darauffolgenden Kenterung auch kaputt. Mit nur einer Fußschlaufe war das darauffolgende Rennen nicht gerade einfacher. Mit dem Blick auf die für uns deutlich wichtigere Junioren-Weltmeisterschaft Anfang August am Comersee setzten wir am dritten Regattatag aus, damit sich die Zerrungen im Bein nicht verschlimmern würden.

Am 8.7 ging es für uns dann in der Bronze Fleet weiter. Nach dem 19. Platz im ersten Rennen hatten wir erneut einen Frühstart im zweiten Rennen des Tages, in welchem wir zwischenzeitig führten. Im dritten Rennen konnten wir unsere erneute Führung an der ersten Luvtonne aufgrund einer Kenterung auf dem folgenden Downwind-Kurs nicht verteidigen und beendeten das Rennen auf Platz 10. Am darauffolgenden Tag fanden wegen zu viel Wind für alle Bootsklassen und Fleets keine Rennen statt. Am letzten Tag ersegelten wir bei 6-15 Knoten einen 8. und einen 21. Platz. Insgesamt sind wir mit unserem Ergebnis nicht zufrieden, auch wenn es für uns die erste Senioren-Europameisterschaft im 49er war. Dafür konnten wir aber wieder extrem viel lernen und für die anstehenden Junioren Weltmeisterschaft mitnehmen. Die Europameisterschaft gewann der bei Olympia 2021 in Tokio 4. Platzierte Diego Botin (Spanien) vor dem amtierenden Weltmeister Bart Lambriex (Niederlande).

Jetzt sind wir für die nächsten zwei Wochen wieder zurück in Kiel zum Training. Am 24.7 machen wir uns dann auf den Weg an den Comersee für die JWM. Wir sind motiviert und zuversichtlich, dass wir bei der Junioren WM deutlich besser abschneiden werden; dort starten „nur“ 49er-Segler, die unter 23 Jahre sind. Wobei wir mit unseren 19 Jahren auch dort zu den Jüngsten der 59 gemeldeten Teams gehören werden.

Sportliche Grüße

Moritz & Riko

 

Text & Fotos: R. Riko Rockenbauch

 

Jahreshauptversammlung 2022

Jahreshauptversammlung beim Ruder-Club Rastatt

„Mit Freunden im Boot“ in die Zukunft

Positive Mitgliederentwicklung zu verzeichnen

Rastatt/Elchesheim-Illingen(rw).

Obwohl keine Wahlen anstanden, konnte der Vorsitzende des Ruder-Clubs Rastatt (RCR), Ulrich Jung, zahlreiche Mitglieder der Segel-, Motorboot- und Ruderabteilung zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Beim vierstündigen Verlauf wurde klar, dass man trotz erheblicher Investitionen sehr gut gewirtschaftet hatte.

Dazu konnte Schatzmeister Konrad Roth vermelden: „Alle drei Abteilungen stehen gut da“, und man habe die 600er-Mitglie-dergrenze mit erheblichen Zuwächsen in den letzten Jahren, auch mit Jugendlichen, überschritten. Zum Wohl der RCRler wurde 2021 bei Sportgeräten investiert und das Gesamtvermögen auf beruhigendem Niveau gehalten.

Getreu der Devise des RCR, „Mit Freunden im Boot“, kam auch unter Beachtung der Corona-Auflagen der Sport wenig zu kurz. Segelwart Michael Westholt berichtete vom Helferengagement bei den durchgeführten „Inselregatten“ und der Kooperation mit der ansässigen „Segelkameradschaft Pforzheim“. 45 Mitglieder hätten auch das Angebot von vier zur Verfügung stehenden großen Clubbooten genutzt. Darunter ein enorm sportliches Segelboot vom Typ „Melges 24“. Erwähnt wurden von Westholt auch die notwendige Ufersicherung am Bootskran, die 81 000 Euro verschlang. Eine Erneuerung der Boote-Slipstraße wird folgen. Gab es auch im letzten Jahr keine Ranglistenregatten auf dem Goldkanal, war die diesjährige Osterregatta laut dem Segelwart ein voller Erfolg.

Von einer Gesamtkilometerleistung von 33902 Bootkilometern auf dem Wasser mit 88 Aktiven konnte Ruderwart Matthias Koerwer berichten. Sportlich sei die Ruderabteilung durch die Corona-Zeit gekommen, stets über das Mögliche informiert vom Zweiten Vorsitzenden Ralph Kastner worden. Erfreulich auch nach Koerwer die Bootstaufen der Einer „Suez“ und „Spatz“, sowie dem Traumachter, „Markgräfin Sibylla Augusta“. Gut etabliert habe man sich laut dem Ruderwart im Landesruderverband mit der Durchführung von Lehrgängen. Zahlreiche Rudertouren stehen bevor. Motorbootwart Martin Brunner sprach über die 19 Boote in der Abteilung und zahlreich kommende Sportangebote nach dem Wegfall Corona-Einschränkungen.

Während Schatzmeister Konrad Roth für 2022 Investitionen für die drei Abteilungen des RCR von geplanten 135000 Euro schilderte, öffnete Ulrich Jung Perspektiven einer Strategiegruppe des RCR, unter anderem für die Gebäudesanierung. Dazu gehörten die energetische Sanierung, ein zukünftiges Energiekonzept und andere denkbare Veränderungen bis mindestens 2030. Ergänzend dazu Ulrich Jung: „Wir müssen nicht in zehn, sondern für 50 Jahre denken!“ Nach Unterbreitung des Finanzplans billigten die Anwesenden die Ausarbeitung des Maximalplans der Strategiegruppe für die Zukunft.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung kam es auch zu zahlreichen Ehrungen für langjährige Mitglieder:

25 Jahre: Matthias und Tobias Illy, Annette Niebel-Müller, Georg Schmidt, Daniel Uhl

40 Jahre: Peter und Marianne Birr, Kerstin Bücher, Angelika Dietsche, Patrick Dietsche, Klaus Eisele, Erika Kebschull, Reinhard Pfeuffer, Herbert Rothe, Reiner Wittig

50 Jahre: Rolf Grünbacher, Ralf Herz, Rolf Nagel, Peter und Ingeborg Möller

60 Jahre: Rainer Wollenschneider, Anton Kastner, Peter Lawo

Text und Fotos: Wollenschneider

 

X